2021-01-13T11:33:52+0000

Insolvenzgeschehen weiterhin paradox

Im September und Oktober 2020 ist es trotz Corona bei rückläufigen Insolvenzzahlen in der Kfz-Reparaturbranche geblieben. Im September 2020 gingen gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat 40 Prozent weniger Betriebe Pleite (lediglich 11 statt 21). Im Oktober traf die Zahlungsunfähigkeit sogar nur sieben – statt wie im Oktober 2019: 28 Werkstätten – eine Abnahme um satte 75 Prozent! ## Ausgesetzte Antragspflicht beeinflusst die Zahlen Die Gründe für diesen scheinbar paradoxen Rückgang liegen nach wie vor in der während der Corona-Krise ausgesetzten Insolvenzantragspflicht für Unternehmen sowie staatlicher Unterstützung für im Lockdown erlittene Einbußen. ## In ersten zehn Monaten 2020 Rückgang um fast ein Drittel! Insgesamt ist in den ersten zehn Monaten des zurückliegenden Jahres die Zahl der Pleiten in der Unfallreparaturbranche um fast ein Drittel, exakt um 32 Prozent zurückgegangen. Statt 219 Betriebe wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 mussten nur 149 Werkstätten den bitteren Gang in die Insolvenz antreten. Darunter waren deutschlandweit 18 reine Autolackierereien (minus 40 Prozent). ## Experten warnen dennoch vor Flut an Pleiten Experten warnen freilich seit Monaten, dass die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (nun nochmals verlängert bis einschließlich Januar 2021) nicht die tatsächliche wirtschaftliche Situation abbildet. Es wird befürchtet, dass es nach Auslaufen der Sonderregelungen zu einer richtiggehenden Flut an Pleiten kommen könnte. ## Ähnlicher Trend in Gesamtwirtschaft Die – bis dato – sogar rückläufigen Insolvenzzahlen zeigen sich im Übrigen auch branchenübergreifend: Von Januar bis Oktober 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte insgesamt 13.575 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 15 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Quelle: Destatis, Dezember 2020 & Januar 2021
Andreas Löffler
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