2020-07-22T09:54:13+0000

Felgenaufbereitung: „Investition lohnt sich schon ab vier Felgen im Monat“

___Herr Fuchs, im Schnitt weist jedes vierte Rad Beschädigungen auf. Dennoch hält sich nach wie vor die Annahme, das Geschäftsfeld sei nicht lukrativ. Warum?___ __Daniel Fuchs: __Die Felgenaufbereitung ist – sofern sie von Hand getätigt wird – ein sehr anspruchsvoller und zeitaufwändiger Prozess. Allein das konventionelle Anschleifen und Lackieren kann mehrere Stunden dauern. Arbeitszeit und Rohertrag stehen in keinem Verhältnis. Deshalb gilt dieses Geschäftsfeld auch heute vielerorts noch als unprofitabel. ___Ihr Familienunternehmen Cartec hat sich auf eben dieses Geschäftsfeld spezialisiert und ein Komplettsystem hierfür entwickelt. Mit diesem dauert die Aufbereitung – so auf Ihrer Website zu lesen – selbst bei glanzgedrehten Felgen durchschnittlich nur noch maximal 45 Minuten.___ __Daniel Fuchs: __Richtig. Unser WheelMaster-System ist eine Produktfamilie aus insgesamt fünf Maschinen, mit dem wir es geschafft haben alle Arbeitsschritte deutlich schneller, vor allem aber auch einfacher zu gestalten – vom Waschen, Abkleben und Abdecken über die Schadensbeseitigung, bis hin zum Schleifen und Lackieren der Felgen. Die Besonderheit liegt darin, dass die Kunden ihr Fahrzeug in den meisten Fällen schon am selben Arbeitstag wieder abholen können. Das ist nur möglich, weil im WheelMaster-System der Reifen während des gesamten Prozesses auf der Felge bleiben kann und nicht wieder über die frisch lackierte Felge gezogen werden muss. ___Mit Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation, bedingt durch die Corona-Krise, scheuen viele Betriebe im Moment große Investitionen. Warum lohnt sich der Einstieg in die Felgenaufbereitung trotzdem?___ __Daniel Fuchs: __Weil sich die Investition bereits nach kurzer Zeit amortisiert. Das System lohnt sich bereits ab vier Felgen im Monat. Ein Beispiel: Bei einem Stundenverrechnungssatz von 100 Euro und einer kompletten Felgenaufbereitung in 15 - 45 Minuten je nach Schadensbild und Design der Felge bleiben nach Abzug aller Kosten durchschnittlich 80 - 150 Euro Rohertrag. Die hohen Absatzzahlen unserer Felgenlacke zeigen, dass unsere Kunden also gerade in aktuellen Krisenzeiten viele Felgen aufbereiten und sich damit ein lukratives Zusatzgeschäft sichern. ___Braucht ein Betrieb, der in die Felgenaufbereitung einsteigen will, zwingend alle Maschinen des WheelMaster-Systems?___ __Daniel Fuchs: __Nein, unser System lässt sich komplett modular an das jeweilige Felgenpotential und auch die bestehende Betriebseinrichtung anpassen. Das Herzstück des Systems – und sozusagen das Basispaket – ist der WheelDoctor. Mit Blick auf die Zeitersparnis entscheiden sich 9,5 von 10 Kunden zudem für den WheelBlower, da das Felgenschleifen von Hand extrem zeit- und arbeitsintensiv ist. Der WheelWorker ist die professionelle Ausbaustufe für Betriebe, die mehr als 250 glanzgedrehte Felgen im Jahr bearbeiten und mit dem WheelPainter hat der Kunde zuletzt noch die Wahl, ob er seine vorhandene Lackierkabine nutzen möchte, oder die Lackarbeiten unmittelbar am Ende des Aufbereitungsprozesses wie in einer kleinen Produktionsstraße integrieren möchte. ___Können interessierte Betriebe das System vorher einmal in der Anwendung testen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen?___ __Daniel Fuchs: __Wir bieten kostenfreie Online-Seminare und Live-Präsentationen für
Interessenten in unserem Schulungszentrum an (Anm. d. Red.: Siehe dazu Infobox links). Im nächsten Schritt führen wir zunächst eine Raum- und Zielplanung mit dem Kunden durch – was ist möglich, was bereits vorhanden, was sind die Ziele. Entscheidet sich ein Betrieb für unser System, werden die Mitarbeiter entsprechend im Umgang geschult und auch als Fachbetrieb zur Felgenaufbereitung zertifiziert. Darüber hinaus erhalten unsere Partner ein Marketing-Paket, mit dem sie zielgruppenspezifisch werben können, um ab dem ersten Tag als WheelDoctor-Fachbetrieb Kunden zu gewinnen. ___Herr Fuchs, Felgen sind für viele Fahrzeughalter längst auch ein Statussymbol. Doch bei der Aufbereitung geht es nicht nur um die Optik, sondern vor allem um sicherheitsrelevante Aspekte.___ __Daniel Fuchs: __Das ist richtig. Mit dem WheelDoctor haben wir ein System entwickelt, welches nicht nur als erstes, sondern auch als einziges Verfahren auf dem deutschen Markt TÜV-geprüft ist – und das schon seit über einem Jahrzehnt. Hierfür hat Cartec in Zusammenarbeit mit Audi Ingolstadt und dem TÜV Süd über drei Jahre umfangreiche Sicherheitstests durchgeführt und unsere Kunden sind mit dem CARTEC-eigenen Grenzwertkatalog immer auf der sicheren Seite. ___Wo liegen die Grenzen in der Aufbereitung? Was ist erlaubt und was nicht?___ __Daniel Fuchs: __Beschädigungen bis zu einem Millimeter Tiefe im Grundmetall, die sich nicht weiter als 50 mm vom Außenhorn befinden, dürfen entfernt werden. Kratzer in der Lackoberfläche dürfen im gesamten Felgensichtbereich ausgebessert werden. Felgen mit Rissbildung sind hingegen sofort zu erneuern – dieses Schadenbild kommt jedoch nicht so häufig vor. Mit dem WheelDoctor dürfen circa 90 Prozent der gängigen Schäden an Felgen aufbereitet werden. ___Vielen Dank für das Gespräch!___
Carina Hedderich