2020-05-06T14:21:57+0000

HUK-Coburg zahlt erstmals Corona-Pauschale

Die aktuelle Lage im Unfallschadenmarkt scheint sich etwas zu entspannen. [Die Ergebnisse der Blitz-Umfrage von schaden.news zeigen, dass die K&L-Betriebe noch vor sechs Wochen mit dramatischeren Folgen der Corona-Krise gerechnet haben, als sie die Lage zurzeit einschätzen.](https://schaden.news/de/article/link/41663/ergebnisse-corona-blitz-umfrage-mai) Gingen bei der ersten Umfrage Ende März noch 35 Prozent davon aus, dass ihre Betriebe von den Folgen der Pandemie hart getroffen werden, so sind es aktuell 19 Prozent. ## Innovation Group ist vorsichtig optimistisch Auch der Schadensteuerer Innovation Group blickt grundsätzlich optimistischer auf die weitere Entwicklung im Unfallschadenmarkt. Im wöchentlichen Gespräch, das die Redaktion mit dem Vorstandsvorsitzenden Matthew Whittall während der Pandemie regelmäßig führt, sprach der Chef des Schadensteuerers von einer positiven Grundstimmung. „Anfang dieser Woche hatten wir einen sehr starken Montag, der allerdings auf die fehlenden Vermittlungen des Feiertages zurückzuführen ist. Das Reparaturvolumen ist jetzt im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Corona-Krise um 20 Prozent rückläufig.“ Dies ist der geringste gemessene Wert seit Ende März. Damit scheint sich die Lage im gesteuerten Schadengeschäft dauerhaft zu stabilisieren, da der Rückgang des Reparaturvolumens seit dem 15. April dieses Jahres bei Innovation Group von Woche zu Woche geringer ausfällt. ## DEVK sieht dauerhaft weniger Schäden Wie sich die Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten darstellt, lässt sich momentan kaum einschätzen. Peter Boecker, Leiter der Hauptabteilung Sach/HUK-Schaden DEVK, erwartet eine Normalisierung der Situation erst in einigen Jahren. „Das Reparaturvolumen ist in unseren Partnerwerkstätten um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Bei der Instandsetzung von Glas- und Steinschlagschäden kam der Rückgang etwas verzögert. Wir gehen davon aus, dass es künftig dauerhaft drei bis fünf Prozent weniger Schäden geben wird und eine annähernde Rückkehr zur Vor-Corona-Zeit rund zwei Jahre dauert.“ Peter Boecker sieht eine grundsätzliche Veränderung des Mobilitätsverhaltens als Ursache für diese Veränderung. Die Partnerwerkstätten sieht der Schaden-Chef bei der Digitalisierung grundsätzlich gut aufgestellt. Der Kfz-Versicherer erwartet jedoch bei der digitalen Bilderkennung von Unfallschäden eine deutliche Weiterentwicklung. ## SSV verlängert Corona-Pauschale für HDI-Partnerbetriebe Auch Gerald Beese, Geschäftsführer des SSV Schadenschutzverbandes, beurteilt derzeit die Lage im Unfallreparaturgeschäft positiver als noch vor einigen Wochen. „Die Anzahl der Schäden geht langsam wieder nach oben“, erklärt Gerald Beese im Gespräch mit schaden.news. „Wir steuern jetzt wieder stärker in die Partnerwerkstätten, bleiben aber noch hinter dem normalen Niveau zurück.“ Für die nächsten Wochen stehen die Zeichen für Gerald Beese eher auf grün. Die angekündigten Lockerungen der Reisebeschränkungen durch Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen würden seiner Einschätzung nach wieder für deutlich mehr Verkehr sorgen. Damit würde auch die Anzahl der Unfallschäden steigen. Der Geschäftsführer des Werkstattnetzes der HDI Versicherung hat dennoch für den Monat Mai die Zahlung der Corona-Pauschale an die Partnerwerkstätten verlängert. In einem Schreiben an die HDI Partner-Betriebe heißt es dazu: „Auch wenn sich erste Indikatoren erkennen lassen, dass die Lockerungen der letzten Tage zu einer Belebung
des Straßenverkehrs und damit letztlich auch wieder zu mehr Schadenfällen führen, können wir die gesamten Auswirkungen nicht abschließend bewerten. Gleichwohl bleibt die Abwicklung Ihrer Services im Zusammenhang mit der Fahrzeugübernahme / -rückgabe und der Mobilität unserer Kunden weiterhin mit einem erhöhten Aufwand für Sie verbunden. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen hierfür auch im kommenden Monat gerne eine Aufwandspauschale von 50,00 EUR netto pro Schadenfall erstatten.“ ## HUK-Coburg erstattet erstmals Mehraufwand mit bis zu 45 Euro Nach [Kritik aus den Reihen der Partnerwerkstätten](https://www.schaden.news/de/article/link/41649/corona-aktuelle-lage-steiler-absturz-schwerer-aufstieg) führt nun auch die HUK-Coburg eine neue Corona-Pauschale ein, die den Mehraufwand der K&L-Betriebe abdecken soll. [Bereits Ende März hatten die Coburger als einer der ersten Kfz-Versicherer konkrete Unterstützungsmaßnahmen für Partnerwerkstätten beschlossen.](https://www.schaden.news/de/article/link/41558/corona-krise-schadenbranche-startet-hilfsmassnahmen) Dazu zählten Vorschusszahlungen in Höhe von 50 Prozent auf Basis der Kalkulation, Holen und Bringen auch unter 15 km und verlängerte Mietwagendauer. [In einem zweiten Maßnahmenpaket kamen dann im April die Logistikpauschale sowie die verstärkte Steuerung von Total- und Hagelschäden hinzu.](https://www.schaden.news/de/article/link/41592/huk-coburg-erweitert-corona-massnahmen-fuer-partnerwerkstaetten) Jetzt geht die HUK-Coburg noch einen Schritt weiter: „Die Schadenkooperation zahlt ab dem 01.05.2020 zunächst befristet für einen Monat zusätzlich zu den je nach Kooperationspartner bereits geltenden Maßnahmen eine temporäre Pauschale, die sich zwischen 25 und 45 EUR pro gesteuertem K&L-Schadenfall bewegt“, heißt es in einer Information an die Partnerwerkstätten, die der Redaktion vorliegt. Glasschäden seien von der Regelung ausgenommen. Konkret bedeutet die neue Fallpauschale: „Bei Beauftragungen durch die Gesellschaften der Generali Gruppe (Generali, Cosmos und Dialog) dürfen Sie 25 Euro für anfallende Desinfektionskosten abrechnen“. Bei allen anderen Auftraggebern der Schadenkooperation (VHV, Gothaer, Janitos, Debeka, Concordia, HUK-Coburg) könne eine allgemeine Unterstützungspauschale in Höhe von 45 EUR in Rechnung gestellt werden. Auf Nachfrage von schaden.news stellte die HUK-Coburg klar, dass die Fallpauschale auch für vermittelten K&L-Schäden von HUK-Coburg, HUK24, VRK gezahlt würde.
Christian Simmert