2020-05-06T14:22:37+0000

So sehen Betriebe ihre Lage nach sechs Wochen Krise

Erneut haben mehrere hundert Betriebe aller Größen an unserer Corona-Blitzumfrage teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen: Die Stimmung im Markt ist weitaus positiver als noch vor sechs Wochen. ## Betriebe fühlen sich weniger hart betroffen als noch vor sechs Wochen Im März bereits [hatten wir gefragt, wie stark die Betriebe von der aktuellen Situation betroffen sein werden. ](https://schaden.news/de/article/link/41557/auswertung-umfrage-corona?utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=NL+18%7C20&utm_content=Mailing_7490298) Damals schätzten 35 Prozent der befragten Betriebe, dass sie hart getroffen sein werden. Nun, sechs Wochen später, gaben nur noch 19,5 Prozent der Befragten an, hart von der Krise getroffen zu sein. Der Anteil derjenigen, die sich als betroffen sehen, liegt bei 54,6 Prozent (März: 47,4 Prozent). In der aktuellen Mai-Umfrage meinen sogar 24,5 Prozent der Betriebe, dass sie nicht von der Krise betroffen sind. Im März waren es noch 3,8 Prozent. Interessanter Fakt: In den neuen Bundesländern ist der Anteil derjenigen viel höher, die angeben, dass sie kaum von der Krise betroffen sein werden. In Brandenburg sind das 66 Prozent – in Baden-Württemberg sind es beispielsweise nur 13 Prozent. Die Zahlen stehen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Virus und der damit verbundenen Einschränkungen, die Anfang März zunächst den Westen der Republik erreicht haben. ## Bis zu 33 Prozent der Betriebe spüren mehr als 50 Prozent Auftragsrückgang durch Schadensteuerer Bereits in den vergangenen Wochen hat schaden.news in seiner Berichterstattung den Auftragsrückgang durch die Schadensteuerer regelmäßig beobachtet. Seitens der Innovation Group liegen uns dafür Woche für Woche konkrete Zahlen vor. Doch spüren auch die K&L-Betriebe den Auftragsrückgang und in welchem Maße? Das wollten wir in unserer Mai-Umfrage ebenfalls von den Teilnehmern wissen. 33 Prozent der Befragten gaben an, dass der Auftragsrückgang durch riparo höher als 50 Prozent lag. Aufträge durch die Innovation Group gingen bei 28,9 Prozent der Befragten um mehr als 50 Prozent zurück. Bei der HUK-Coburg gab es bei 22,6 Prozent der Befragten Auftragsrückgänge höher als 50 Prozent. Bei der Eurogarant gaben dies 20 Prozent der Befragten an. Beim Schaden Partner Netzwerk der Allianz gab es laut 15,3 Prozent einen Auftragsrückgang höher als 50 Prozent. ## Vollauslastung geht weiter zurück Im Vergleich zum Beginn der Krise im März ist die Zahl der Betriebe, die unter Vollauslastung arbeiten, leicht zurückgegangen. Waren es vor sechs Wochen noch 11,9 Prozent, arbeiten nun nur noch 7,6 Prozent der Befragten unter Volllast. Zum Vergleich: Vor der Krise, bei unserer Befragung Ende Januar, waren es noch fast ein Drittel der befragten Betriebe. Rund 30 Prozent der Betriebe arbeiten, wie auch Anfang März, mit einer Auslastung zwischen 70 und 90 Prozent. Der Anteil der Betriebe, die zwischen 50 und 70 Prozent Auslastung im Betrieb vorweisen, ist von 30,7 Prozent auf 37,7 Prozent angestiegen. Weniger als 50 Prozent Auslastung vermelden lediglich 22,5 Prozent der Betriebe – und somit weniger als noch Mitte März (25,7 Prozent). Vor der Krise lag diese Zahl jedoch bei 0,5 Prozent.
## Umsatzeinbußen wie erwartet – Großteil zwischen 20-30 Prozent Hatten wir Mitte März noch nach den geschätzten Umsatzeinbußen gefragt, lautete die Frage in unserer aktuellen Corona-Umfrage, wie hoch die Umsatzeinbußen der Betriebe im Monat April tatsächlich ausgefallen ist. Das Ergebnis: Die Betriebe verzeichneten Umsatzeinbußen in allen Größenordnungen. Der größte Anteil der Betriebe – fast 20 Prozent – gab dabei an, im April 20 bis 30 Prozent Umsatzeinbußen gehabt zu haben – das deckt sich mit den erwarteten Umsatzrückgängen in der März-Umfrage. 17 Prozent verzeichneten sogar Umsatzeinbußen zwischen 30 und 40 Prozent. ## Liefersituation stabil Auch sechs Wochen nach Krisenbeginn gibt es in weiten Teilen des Landes kaum Lieferengpässe. So gaben 55 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass die Ersatzteillieferungen nach wie vor verfügbar seien. Ein weiteres Drittel sprach von einer zumindest teilweisen Verfügbarkeit der Ersatzteile. Noch weniger Engpässe gab es laut aktueller Umfrage bei Verbrauchsmaterialien (71 Prozent). Überraschend ist, dass sie die Verfügbarkeit der Lackmaterialien im Vergleich zum März (84,7 Prozent) sogar verbessert hat – 89,3 Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass es keine Engpässe gibt. ## Auftragsrückgang: Prognose ist leicht optimistisch Wie gestaltet sich die Auftragslage in den kommenden Wochen? Dazu äußerten sich die Befragten in der aktuellen schaden.news-Prognose optimistischer als noch im März. So meinten nur noch 22,3 Prozent der befragten Werkstätten, dass es in den kommenden Wochen zu einem starken Auftragsrückgang kommen werde. Vor sechs Wochen waren es noch fast zwei Drittel der Befragten (60,2 Prozent). Dafür sehen die Betriebe verstärkt leichte Ausftragsrückgänge auf sich zukommen – rund 43 Prozent der Betriebe wählten diese Antwort. Und fast 20 Prozent meinten sogar, das ihre Auftragslage auch noch in den kommenden Wochen gut sein werde. Bei der März-Befragung waren lediglich 4,3 Prozent der Befragten so optimistisch. ## Zwei Drittel der Betriebe haben Kurzarbeitergeld beantragt Nichts destotrotz gehen fast zwei Drittel der Betriebe auf Nummer sicher: 63 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, Kurzarbeit für die Mitarbeiter beantragt zu haben. In NRW waren es jedoch weniger als die Hälfte (45 Prozent der Befragten). ## Betriebsschließung erwarten nur noch 7,6 Prozent der Befragten Optimismus herrscht bei den Betrieben auf bei der Frage, ob sie mit Betriebsschließungen bzw. Betriebsstillstand rechnen. Dies bejahten lediglich 7,6 Prozent der Befragten. Im März waren es noch mehr als ein Viertel. Die Unsicherheit aus der letzten Befragung – 45 Prozent antworteten noch vor sechs Wochen, dass sie die Situation nicht einschätzen könnten – ist inzwischen stark gesunken, nämlich auf 29 Produzent. Zwei Drittel verneinten die Frage, und somit ein Drittel mehr als noch im März. Lediglich ein Bruchteil der Befragten (1 Prozent) gab an, dass er bereits schließen musste. ## Fast die Hälfte der Befragten rechnet mit Anstieg fiktiver Abrechnungen Eine klare Meinung haben die befragten Betriebe in der aktuellen schaden.news-Umfrage hinsichtlich der fiktiven Abrechnung: 42,8 Prozent gehen davon aus, dass die
Anzahl der fiktiven Abrechnung in den kommenden Wochen steigen wird. Mit „Vielleicht“ antworteten 24,4 Prozent. Nur 22,9 Proizent glauben nicht, dass mehr Kunden in Zukunft fiktiv abrechnen werden. ## Großteil sieht kaum Durchhalte-Probleme „Wie lange hält Ihr Betrieb die aktuelle Situation noch durch?“, lautete eine weitere Frage in der schaden.news-Umfrage. Mit „Höchstens drei Monate“ antworteten 20,6 Prozent der Betriebe, also jeder fünfte. 22,9 Prozent geht davon aus, noch sechs Monate durchzuhalten. Der Großteil jedoch, nämlich 38,9 Prozent, sieht keinerlei Probleme, ihren Betrieb durch die Krise zu bringen. ## 81 Prozent blicken optimistisch in die kommenden Monate Mehr als 80 Prozent der befragten Betriebe geht davon aus, die Corona-Krise zu überstehen. Nur 16,4 Prozent sind sich unsicher. Und lediglich 2,3 Prozent können sich – Stand Mai – nicht vorstellen, dass ihr Betrieb die Krise überstehen wird. Vor sechs Woche fiel die Antwort noch etwas verhaltener aus. Damals war sich noch ein Viertel der Befragten unsicher. Und fast zehn Prozent weniger, nämlich 72,4 Prozent der Umfrageteilnehmer, meinten, die Corona-Krise zu überstehen.
Ina Otto