2020-02-19T13:03:02+0000

Investitionen: Das kommt jetzt auf Betriebe zu

Vor allem der technische Fortschritt und die steigende Komplexität der Fahrzeuge – und somit die erhöhten Anforderungen an die Reparatur – sieht Unternehmensberaterin Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung in Dortmund als Ursache für notwendige Investitionen. „Insbesondere die Ansprüche an eine durch und durch digitalisierte Werkstatt sind in den vergangenen Jahren weiter gestiegen", weiß sie aus Erfahrung. Mehrmarken-Diagnosegeräte, Kalkulationsprogramme, Kalibrierungssoftware, Achsmessstände oder digitale Farbtonsoftware: "Die Liste der Ausstattung, die in einer Werkstatt heute einfach vorhanden sein müssen, wird immer länger“, erklärt die Expertin. ## „Investitionen in Weiterbildungen lohnen sich" Damit verbunden ist die Investition in Mitarbeiter. „Denn die modernste Ausrüstung nützt kaum etwas, wenn die Anwendung nicht fachgerecht erfolgt. Das verursacht dann mehr Zeit und Aufwand, bringt also genau das Gegenteil von der gewünschten Effizienz“, betont Marina Markanian. Ihre Erfahrungen mit Betrieben hat gezeigt: Selbst eine Schulung zum fachgerechten Kalkulieren kann sich bei der nächsten Anwendung nachhaltig auf Umsatz im Betrieb auswirken – und damit auch auf die Rendite. „Dafür muss der Unternehmer aber erst einmal in Weiterbildungen investieren. Aber das Geld lohnt sich“, ist die Unternehmensberaterin sich sicher. ## Werkstatterweiterung strategisch planen Der dritte große Investitionsfaktor ergibt sich laut Marina Markanian durch die gute Auftragslage in der Branche: Zahlreiche Betriebe arbeiten unter Vollauslastung. Dadurch stoßen sie jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen – sowohl personell, aber auch räumlich. Betriebserweiterungen, Neubauten oder Umbauten stehen daher bei zahlreichen Unternehmen in den kommenden Jahren auf dem Plan. Hinzu kommt, dass ab einer bestimmten Betriebsgröße weitere Hilfsmittel wie eine Software für die Werkstattplanung Sinn machen um die Vielzahl der Aufträge wirtschaftlich abarbeiten zu können. ## Energiebewusstsein spielt heute größere Rolle Apropos Umbau: An vierter Stelle steht das Energiebewusstsein vieler Unternehmer: „Allein aus energiepolitischen Gründen, aber auch aus Kostengründen denken viele Betriebsinhaber heute verstärkt darüber nach, ihr Unternehmen unter energieeffizienten Gesichtspunkten umzurüsten – beispielsweise durch ein Blockheizkraftwerk oder eine Wärmepumpe.“ ## Erst Fördermittel beantragen, dann investieren Bei vielen Investitionen kann der Unternehmer Fördermittel beantragen, weist Marina Markanian auf einen wichtigen Fakt hin. „Daher sollte sich ein Betriebsinhaber mit einem Investitionsvorhaben frühzeitig über die Fördermöglichkeiten informieren. Wichtig ist, dass er sich dafür zunächst darüber im Klaren ist, wie seine Investition konkret aussieht“, erklärt die Unternehmensberaterin. Im zweiten Schritt stellt er die Förderanträge – und erst dann beginnt er mit der Anschaffung, dem Bestellvorgang oder der Beauftragung für einen Umbau. „Wer sichergehen will, holt sich von Schritt eins an einen Fördermittelberater ins Boot“, betont Marina Markanian. Dieser, beispielsweise von der bpr Mittelstandsberatung, informiert dann auch rund um das Thema Finanzierung. Denn auch diese sollte vollständig sichergestellt werden. Schlussendlich, erklärt die Expertin, sind Investitionen immer der erste notwendige Schritt, um mehr Umsatz zu erzielen. „Wer das Thema richtig angeht, für den wird es sich lohnen“, meint Marina Markanian abschließend.
Ina Otto
Lesens Wert

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