2019-11-27T13:56:57+0000

EUROGARANT: Entwicklung positiv, Ersatzteilumsatz unter Druck

Erst Bayern, dann Sachsen, es folgten Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen – die EUROGARANT AutoService AG tourte auch in diesem Jahr wieder kreuz und quer durch Deutschland. Das engagierte Team aus Friedberg und die Vorstände Thorsten Fiedler, Guido Kalter und Peter Börner informierten insgesamt rund 800 Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen. ## Viele Prozesse bereits digital verfügbar Im Video-Interview mit schaden.news zeigte sich der Vorstand grundsätzlich mit der Entwicklung der AG zufrieden. Vor allem die Digitalisierung stehe ganz oben auf der Agenda. Ersatzteilebestellung, Schadenlenkung und Dienstleistungsservice für Betriebe – viele Prozesse bei EUROGARANT sind bereits umgestellt. Die Auftragslage im Flottengeschäft bezeichnete Guido Kalter als positiv. Auch hier starte EUROGARANT bei der Digitalisierung durch und bietet Flottenmanagern nun ein webbasiertes Kundeninformationssystem, in dem Reparaturaufträge nachverfolgt werden. Auf Nachfrage in Bezug auf [aktuelle Entwicklungen bei der HUK-Coburg in Punkto Terminvergabe](https://schaden.news/de/article/link/41305/huk-coburg-reorganisiert-werkstattnetz) grenzte sich der Vorstand deutlich ab. „Eine direkte Terminbuchung von Auftraggebern in den Kalender der Betriebe gibt es bei uns nicht“, betonte Guido Kalter. „Hierfür sind die Werkstätten noch nicht bereit und sie sehen diese Entwicklung kritisch.“ ## EUROGARANT klagt gegen acht Kfz-Versicherer Auch den Dienstleistungsservice für Betriebe (DfB) stärkt die EUROGARANT. Sie wirbt bei Werkstätten vermehrt für die Übernahme der Rechnungsabwicklung. Mit Erfolg. Denn offenbar interessieren sich nun nach Angaben aus Friedberg auch vermehrt Autohäuser und Gruppen von Markenwerkstätten für DfB. „Sieben Millionen Euro haben wir bisher bei Kfz-Versicherern im Auftrag der Betriebe geltend gemacht“, erklärt
Vorstandsvorsitzender Thorsten Fiedler. Dabei kämpft auch EUROGARANT mit Rechnungskürzungen. „Aktuell haben wir acht Kfz-Versicherer wegen Kürzungen der Werkstattrechnungen verklagt“, erklärte Thorsten Fiedler bei der Tour. Darunter auch gleich mehrfach die HUK-Coburg. ## Immer mehr spezialisierte Netzwerke Die EUROGARANT AutoService AG baut auch die Spezialisierung im Schadenmanagement weiter aus. Vorstand Guido Kalter sprach von sehr guten Fortschritten in den Bereichen Caravan und Smart Repair. Bereits 180 Betriebe seien im Netzwerk für Kleinschadeninstandsetzung. Hier besteht ein Kooperationsmodell zwischen BASF, Repairfix, Fleets International und EUROGARANT. Schwerpunkt ist die Aufbereitung von Leasing-Rückläufern. Guido Kalter stellte auch fest, dass sich die Schadensteuerung auch im Bereich der Caravan-Instandsetzung weiter etabliere. Die EUROGARANT versucht hier mit der Zertifizierung von Caravan-Fachbetrieben gegenzusteuern. ## Ersatzteilumsatz unter Druck Im Video-Interview mit schaden.news, das während der Station der Deutschland Tour im sächsischen Bad Düben Mitte November geführt wurde, zeigte sich Vorstand Peter Börner trotz der leicht rückläufigen Umsätze im Ersatzteilvertrieb gelassen. Dennoch würden die Bestellplattformen von Schadensteuerern wie Innovation Group oder dem Kfz-Versicherer HUK-Coburg auch der EUROAGARANT zusetzen. „Wir können dennoch auf eine solide und stabile Entwicklung blicken“, betonte Peter Börner, der auch ein gewisses Verständnis für das Bestellverhalten von EUROGARANT Betrieben signalisierte, bei vermittelten Reparaturaufträgen von anderen Schadensteuerern auch deren Bestellplattformen zu nutzen.
Christian Simmert