2019-12-11T14:18:11+0000

Fahrzeuglackierer wirbt mit abziehbarem Autolack fürs Handwerk

Mal eben einen alten Chevy wieder flottkriegen, ihn im Sandsturm lackieren und mit dem Fahrzeug durch die Arabischen Emirate cruisen? Was für so manchen nach einer total verrückten Idee klingt, gehört für Danny Schramm zum Berufsalltag. ## Lack als Illusion Seit zehn Jahren betreibt der 42-Jährige in Börnsen bei Hamburg seine Werkstatt für Custom Design und Airbrush. Die Schrammwerk-Kunden sind Motorradfahrer und Liebhaber alter und / oder teurer Fahrzeuge. Sie alle eint eines: Sie lieben das Außergewöhnliche, das Individuelle. Und Danny Schramm liefert ihnen diesen Wunsch. Der gelernte Fahrzeuglackierer gehört zu den angesehensten sogenannten Custom-Paintern Europas und UAE . Sein Job ist die Entwicklung und Umsetzung von Designs – und auch das Erzeugen von Illusionen: ## Vom Airbrusher zum Lack-Entwickler Der VW Käfer vor der Halle des Schrammwerks sieht aus, als sei er völlig verrostet. Ebenso "abgerockt" erscheint das Wohnmobil , vor dem Danny Schramm sitzt. Doch bei beiden Fahrzeugen trügt das Bild. Bei der Beschichtung handelt es sich um einen abziehbaren Autolack. Diesen hat Danny Schramm in den vergangenen zwei Jahren in Zusammenarbeit mit einem großen Hersteller entwickelt und ein Jahr lang unter Extrembedingungen getestet, wie man auf seinen Social Media Kanälen verfolgen konnte. "Dieser Lack lässt sich schleifen, polieren und sogar Keramik-versiegeln", erklärt der Entwickler. Darüber hinaus enthalte die Neuentwicklung namens ‚PCP Base‘ keine Lösemittel oder Weichmacher. "Dadurch lässt sich der Lack rückstandslos von der Originallackierung entfernen", erklärt Danny Schramm. ## Konservierung alter Schätze
Der Autolack biete zum einen Steinschlagschutz, zum anderen konserviere er die Original-Beschaffenheit des Fahrzeugs. Danny Schramm: "Ein Kunde hat beispielsweise eine Schramme von einem berühmten Rennfahrer an seinem Fahrzeug. Er will sie nicht entfernen lassen, aber eben auch nicht öffentlich damit herumfahren." In so einem Fall biete der abziehbare Autolack Schutz in jeder Wagenfarbe und tarne gleichzeitig die Blessur. Der Plan des Fahrzeuglackierer ist es, das Produkt Anfang 2020 auf den Markt zu bringen, gemeinsam mit einem dazu passenden Marketingkonzept für Karosserie- und Lackierbetriebe. Im Blick hat Danny Schramm mit dem abziehbaren Autolack Besitzer von hochwertigen Fahrzeugen – unter anderem auch Maybach oder Bugatti – sowie Oldtimer-Liebhaber die ihren gelben Dino lieber temporär im originalen Ferrarirot haben möchten. Momentan sei er im Gespräch mit der Autoindustrie, um den Autolack zu vermarkten. Und eine weitere Verwendung für den Autolack schwebt ihm schon vor: "Die Beschichtung könnte theoretisch auch als Schutzschicht von Häuserwänden vor Grafitti eingesetzt werden", überlegt er laut. ## Leidenschaft begann mit Airbrush auf Handy-Hüllen Danny Schramm ist Airbrusher aus Leidenschaft. „Schon als Schüler habe ich im Keller meiner Eltern Handyhüllen designt und mit Airbrush umgesetzt. Später waren es dann Motorrad-Tanks“, berichtet er. Diese Leidenschaft will der 42-Jährige mit seinen Aktionen an den Nachwuchs weitergeben. Seine Mission: "Das Handwerk wieder cool machen", wie er selbst sagt. Mit Aktionen wie der PCP-Lackierung des Chevrolets in den Emiraten für die Custom Show Emirates oder Lackier-Aktionen auf der SEMA in Las Vegas will er jungen Menschen vermitteln, wie viele Perspektiven ihnen mit dem Beruf zum Fahrzeuglackierer offen stehen. Übrigens: Zu diesem Beruf kam Danny Schramm selbst auch nur über Umwege, denn eigentlich wollte Design studieren. Das hat nicht geklappt. "Zum Glück", betont er heute.
Ina Otto