2019-09-11T12:53:31+0000

IAA 2019: Damit glänzen die Hersteller in Frankfurt

Die Trends, die die Automobilhersteller auf der internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt setzen, sind richtungsweisend. So stehen neben Trends wie Elektromobilität auch Farb- und Effektkonzepte im Rampenlicht der Show. ## Staunen am Stand von BMW Der Autobauer aus München hat das Concept 4 Series Coupé in den Messehallen geparkt. Schon von Weitem lässt die elektrische Sportwagen-Studie in der Farbe Forbidden Red (verbotenes Rot) Autofans das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ein Blickfang auch die kraftvollen Falzen im Blech und die vertikal orientierte Doppelniere an der Front. Sie ist nicht mehr breit und flach gehalten, wie bei aktuellen BMW Modellen üblich. Vielmehr reicht sie von der Motorhaube bis über die untere Frontschürze. Sie wirkt gewaltig, selbst angesichts der langen Motorhaube und dem langen Radstand des Coupés. Und es geht noch auffälliger. Denn in Frankfurt ebenfalls zu sehen: der futuristische BMW Vision M Next in den Farben Silber und Orange. Hier vermischen sich Designelemente des ikonischen BMW Turbo und des BMW i8. Dabei will der Autobauer nicht nur eine gute Show abliefern: Das E-Auto soll endlich massentauglich werden. „Bis Ende 2021 wollen wir insgesamt eine Million elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht haben“, sagte Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, am Dienstag auf der IAA in Frankfurt. ## Jürgen Klopp tankt den Opel Corsa-e Auch Opel will die E-Mobilität vorantreiben. Und hat dafür einen Aufmerksamkeitsmagneten mitgebracht. Der Autobauer aus Rüsselsheim ließ als Überraschungsgast Jürgen Klopp einfliegen. Der Trainer des FC Liverpool stellte sich neben einen auf Hochglanz polierten Corsa-e in Orange und steckte
vor laufender Kamera ein Ladekabel in das Fahrzeug – lässig in Jürgen-Klopp-Manier. Anschließend nahm der Markenbotschafter im Opel Grandland X Hybrid 4 Platz – ein SUV mit Plug-in-Hybridtechnologie in einer Zweifarbenlackierung, mit roten Türen, schwarzer Motorhaube, schwarzem Dach und 19"-Zoll-Leichtmetallrädern in BiColor 1. Klopp schienen die Fahrzeuge zu gefallen. Und den Kunden? Das wird sich zeigen. In den kommenden Wochen plant Opel den Verkaufsstart für seinen ersten Plug-in-Hybriden. Er soll Anfang 2020 zu den Kunden rollen. Auch die batteriebetriebene Version der neuen Corsa-Generation wird laut Opel noch in diesem Jahr bestellbar sein. ## Der VW ID.3 – ein Elektroauto für die Massen? VW feierte auf der IAA am Dienstag eine Weltpremiere. Der Autohersteller präsentierte den VW ID.3, ein Elektroauto, das optisch an den ikonischen Golf erinnert. In der Basisversion sind 45-kWh-Akkus verbaut, die eine Reichweite von 330 Kilometern ermöglichen. Der Preis: rund 30.000 Euro. Nach Abzug der E-Auto-Prämie in Höhe von 4.000 Euro würde der Stromer aus Wolfsburg für 26.000 Euro über die Ladentheke gehen. Ein Preis, der darauf abzielt, der Elektromobilität Rückenwind zu geben. Auch die anderen Mitglieder der ID-Familie sind auf der IAA zu sehen: Der Beach-Cruiser ID Buggy in grüner Lackierung, ein rotes Exemplar der Limousine ID Vizzion und der Van ID Buzz in grau-weiß-gelber Mehrfarbenlackierung. ## Vision EQS: Mercedes-Designer setzen auf Dreifarbenlackierung Auch Mercedes und Audi zeigten eindrucksvoll, wohin die Reise in der Automobilbranche gehen könnte. Bei Audi sorgte der AI:Trail für offene Münder, ein 4,15 Meter langer und 2,15 breiter Offroader mit einer großflächig verglasten Kabine. Kaum zu glauben: Der
Fahrer kann Drohnen aufsteigen lassen, die mit LED-Strahlern und Kameras bestückt sind. Auf einem Bildschirm im Fahrzeug erkundet er dann die Umgebung. Und Mercedes feierte eine Weltpremiere. Bislang hatte die Marke keine batterieelektrische Luxuslimousine im Angebot. Das ändert sich mit dem Vision EQS, eine Limousine, die schon 2021 in den Verkauf gehen könnte. Die Designer haben eine dreifarbige Lackierung realisiert: Silber dominiert im unteren Bereich, die obere Karosserie ist schwarz abgesetzt. Und zwischen beiden Farbbereichen sitzt ein türkisfarbener Streifen. ## Für Gutachter und Autohäuser: Twinner erstellt digitales Ebenbild von Fahrzeugen Nicht nur Autohersteller, sondern auch Zulieferer und Dienstleister prägen das Gesicht der IAA 2019. Unter ihnen Twinner. Das Unternehmen aus Halle (Saale) stellt eine Scanner-Lösung für Autohäuser, Leasinggesellschaften und Gutachter vor. Sie macht es möglich, Screenings durchzuführen und so digitale Ebenbilder von Fahrzeugen zu erstellen – sogenannte Digital Twinns. „Jedes Fahrzeug ist hochaufgelöst und perfekt ausgeleuchtet mit 360-Grad Fotos von innen, außen sowie dem Unterboden abgebildet", erklärt Markus Hoffmann, Head of Product Management bei Twinner. Vor Ort in Frankfurt ist auch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) GmbH aus Ostfildern. Messebesucher erfahren dort, wie künftige automobile Vertriebskonzepte in der Praxis funktionieren. Von der Online-Lead-Generierung, über das Aktivieren ruhender Potenziale im Kundenstamm, der Besuchererkennung und -verfolgung mithilfe von Deckensensoren bis hin zu State-of-the-Art Technologien im Showroom.
Patrick Schröder
Lesens Wert

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