2019-06-05T11:43:11+0000

Orangenhaut entfernen: Vier Tipps vom Profi

Lackierer stehen immer wieder vor der Herausforderung, Unebenheiten im Klarlack zu beseitigen. Gefragt ist ein schnelles und perfektes Ergebnis – um teure Nacharbeit so gering wie möglich zu halten. 3M-Anwendungstechnikerin Ulrike Tries gibt Tipps. ## Tipp Nr. 1: Gründliche Reinigung Bevor der Lackierer mit dem Schleifen beginnt, ist zunächst die Oberfläche zu reinigen. „Das minimiert das Risiko von Schleifkratzern. Zudem verhindert die Reinigung, dass Wasser beim Nassschliff verschmiert“, erklärt 3M Anwendungstechnikerin Ulrike Tries. Spezialreiniger und Entfetter sind geeignet, um Wachse, Öle und Silikone zu entfernen. Nach dieser Vorreinigung ist die Basis für einen sauberen Nassschliff gelegt. ## Tipp Nr. 2: Der gleichmäßige Schliff Nun geht es darum, Unebenheiten im Klarlack zu entfernen. Doch bevor der maschinelle Nassschliff beginnt, ist es laut der Anwendungstechnikerin empfehlenswert, ein Lackschichtdicken-Messgerät einzusetzen – etwa das PCE-CT 25. „So bekommt der Lackierer ein Gespür für die Beschaffenheit des Lackbilds und verhindert, dass der Basislack beim Schleifen verletzt wird“, führt die Expertin aus. Nach der Benetzung der Oberfläche mit zwei bis drei Sprühstößen Wasser kann der Nassschliff beginnen. Laut Ulrike Tries ist es empfehlenswert, zunächst mit einem Schleifpad mit einer 1500er-Körnung zu arbeiten – etwa mit dem Feuchtschleifsystem Trizact von 3M. „Die Pads schleifen überdurchschnittlich lang und gleichmäßig. Das liegt an der Beschaffenheit der Oberfläche. Sie besteht aus abertausenden gleichschenkeligen Dreiecken. Sie brechen scharf ab, sodass das Pad auch nach einiger Zeit immer noch ein sauberes Schleifbild erzeugt“, erklärt Ulrike Tries. Klassische Schleifpapiere, die beispielsweise mit Korund-Körnern besetzt sind, arbeiten mit der Zeit hingegen immer schlechter, weil die winzigen Schleifkörper abrunden. Ein Tipp am Rande: Je niedriger die Drehzahl beim Schleifen, desto gleichmäßiger wird
das Schleifbild. „Beim Schleifen gilt es, nicht zu viel Druck auszuüben – denn anders als bei einer Poliermaschine bedeutet hoher Druck nicht automatisch höheren Abtrag“, betont Ulrike Tries. Lackierer sollten zudem regelmäßig Schleifpausen einlegen und die Flüssigkeit abziehen, um den Fortschritt zu begutachten und sich langsam und stetig vorzutasten. ## Tipp Nr. 3: Feinschliff mit einer Interface-Scheibe Um das Polieren zu erleichtern, führt die Expertin als Nächstes einen Feinschliff mit einem 3000er-Feuchtschleifsystem durch. Dabei setzt sie eine Interface-Scheibe unter das Schleifpad. Die weiche Scheibe gleicht Druckbewegungen der Maschine aus. „Denn schließlich geht es in diesem Schritt darum, innerhalb der Struktur zu bleiben und sie zu verfeinern – und nicht darum, noch mehr Struktur zu schaffen“, begründet Ulrike Tries diese Vorgehensweise. ## Tipp Nr. 4: In mehreren Stufen auf Hochglanz polieren Jetzt geht es darum, die Schleifspuren zu beseitigen. Zu guten Ergebnissen führen Rotations-Poliermaschinen und Schleifpolitur wie das 3M Famous Finish. „Es eignet sich ein mehrstufiges Vorgehen, um Hochglanz zu erreichen“, erklärt Ulrike Tries. Sie arbeitet zunächst mit einer niedrigen Drehzahl zwischen 600 und 900 Umdrehungen und hohem Druck (10 bis 12 kg). „Anschließend folgt ein Durchgang mit mittlerer Drehzahl und mittlerem Druck. Abschließend ein Gang mit hoher Drehzahl und komplett druckfrei, erläutert die Anwendungstechnikerin abschließend.
Patrick Schröder