2018-11-20T13:11:06+0000

Karambolage-Atlas: Wo knallt's am häufigsten?

Aktuell gibt es in Deutschland 46,5 Millionen zugelassene Personenkraftwagen. Und wie die Anzahl der Fahrzeuge nimmt auch die Menge der Blechschäden jedes Jahr zu. Dies spiegelt auch der große Karambolage-Atlas 2018 der Generali in Deutschland wider, für den die Generali in Deutschland über 700.000 Schadenfälle aus den Jahren 2017 und 2015 ausgewertet hat. ## Unfälle mit Personenschaden nur in 4 Prozent aller Fälle „Die wichtigste Erkenntnis unserer Untersuchung: Dank verbesserter Technik und vieler Sicherheitssysteme werden nur bei weniger als 4 Prozent aller Schäden Menschen verletzt. Dies ist ein großer Erfolg, denn Personenschäden im Straßenverkehr sind oft dramatisch“, sagt Roland Stoffels, Vorsitzender der Geschäftsführung der Generali Deutschland Schadenmanagement GmbH. Obwohl nur bei 3,9 Prozent aller Unfälle ein Mensch verletzt wird, sind diese Situationen für knapp ein Drittel aller Kosten verantwortlich: 2017 wurden rund 300 Mrd. Euro für die Versorgung von Unfallopfern im Straßenverkehr gezahlt. ## Teure, aber hirnlose Helfer? Roland Stoffels sieht jedoch nicht nur Positives: „Unser Karambolage-Atlas zeigt auch, dass es trotz zahlloser technischer Helferlein im Auto erstaunlich oft auf deutschen Straßen kracht und knirscht.“ 2017 hatte mehr als jeder neunte Fahrzeughalter einen Kfz-Schaden, die Kosten lagen durchschnittlich bei 2.300 Euro pro Schaden.
## PS-Protze besonders häufig in Unfälle verwickelt Fahrern von Premium-Marken wird oft vorgeworfen, besonders unvorsichtig zu fahren. Der Karambolage-Atlas bestätigt nun: Autos keiner anderen Marke verursachen mehr Haftpflicht-Schäden als die der Edel-Hersteller aus Stuttgart (Mercedes-Benz: 5,4 Haftpflicht-Schäden pro Jahr je 100 Versicherte) und München (BMW: 5,2 Haftpflicht-Schäden). Darüber hinaus gebe es auch einen Zusammenhang zwischen Leistung und Schadenhäufigkeit: Während schwach motorisierte Autos (bis max. 75 PS) lediglich auf eine Schadenhäufigkeit von 6 Prozent kommen, bringen es Fahrzeuge mit 250 bis 300 Pferdestärken auf 19,9 Prozent. ## Wo es am häufigsten rumst Grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen auf engem Raum leben, desto höher liegt die Schadenhäufigkeit. Klar über dem Bundesdurchschnitt von 11,7 Prozent liegt das Bundesland Berlin mit einem Wert von 15,5 Prozent, dicht gefolgt von den Stadtstaaten Hamburg (15,4 Prozent) und Bremen (13,5 Prozent). Weniger Sorgen um Unfälle müssen sich hingegen die Einwohner von norddeutschen Flächenländern machen. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt die Schadenhäufigkeit nur bei 10,8 Prozent. ## Heiße Schadenmonate im Sommer Die meisten Schäden geschehen übrigens nicht im Winter bei glatter Straße oder Schneetreiben, sondern finden in den Sommermonaten von Mai bis August statt. „Für die Verteilung der Schadenfälle mag es vielschichtige Gründe geben. Wir gehen davon aus, dass die meisten Fahrer in den kalten und dunklen Monaten eher vorsichtig
unterwegs sind. In den wärmeren Monaten scheint es auf Deutschlands Straßen – möglicherweise bedingt durch die Ferien und die Motorradsaison – hektischer zuzugehen“, erklärt Roland Stoffels. ## Adé Sonntagsfahrer Unter der Woche ist das Schadenrisiko am Donnerstag mit 16,7 Prozent und Freitag 16,6 Prozent am höchsten – vermutlich, weil die meisten Autofahrer am Ende der Arbeitswoche schnell nach Hause möchten. Am Sonntag hingegen verringert sich die Anzahl der Schadenfälle und liegt bei lediglich 8,3 Prozent.
Lisa Möckel