2018-06-06T11:12:48+0000

Digital und effizient: Wie Audatex die Schadenwelt vernetzt

Erstmals nach dem Umzug der Zentrale von Audatex AUTOonline nach Berlin traf sich die Benutzergemeinschaft Audatex (BGA) zur jährlichen Tagung in der Spreemetropole. Der Software- und Schadendienstleister stellte bei dem Treffen von rund 30 Schaden-Chefs und neun Partnerwerkstätten die vollständig digitale und mobile Schadenbearbeitung vor.[ „Der Standort in Berlin hat bei uns eine neue Dynamik ausgelöst](http://schaden.news/de/article/link/40422/so-geht-es-voran-mit-dem-webstandard-von-carisma)“, erklärte Michael Bergmann, Geschäftsführer Automotive bei Audatex AUTOonline. „Wir setzen auf webbasierte Lösungen. Bereits heute sind zum Beispiel über 80 Prozent der Werkstätten im deutschen Markt mit AudaPadWeb Standard vernetzt“, ergänzte Erik Jahn, Leiter Bereich Operations und Customer Service. „Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden bis 2020 komplett online sind und in erster Linie unsere webbasierten Lösungen nutzen.“ ## Visuelle Schadenerfassung und Kalkulation in wenigen Sekunden Wie weit die Entwicklung bei Audatex AUTOonline bereits ist, zeigte Peter Ballé, Global Account Manager. „Es ist für uns schon heute möglich, durch die Bilderkennung eines Unfallschadens automatisiert eine Fahrzeugidentifikation, Schaden-, Schweregrad- und Teileerkennung durchzuführen sowie zu bewerten, ob eine Instandsetzung erfolgen kann oder ein Austausch vorgenommen werden muss.“ Auch die Erstellung der Entwurfskalkulation übernimmt die Software. Der gesamte Prozess ab dem Zeitpunkt des Bild-Uploads läuft innerhalb weniger Sekunden ab. Das erste Pilotprojekt der visuellen Schadenerfassung startet bereits in diesem Jahr, kündigte Peter Ballé an. ## Automatisierte und neutrale Regelprüfung Als Gast nahm Frank Hoffmann, Geschäftsführer des Softwareunternehmens
IcamSystems, an der BGA-Tagung teil. Sein Thema: die Überprüfung der Schadenkalkulation. „Bis zu 60 Prozent der Kalkulationen basieren bei ihrer Erstellung auf falschen Basisdaten“, so [Dimitra Theocharidou-Sohns, Leiterin Product Management](http://schaden.news/de/article/link/32840/audatex-autoonline-forciert-digitalisierung). Bisher würden Kfz-Versicherer einen hohen Aufwand betreiben, um die Fehler zu beheben. Mit dem neuen Modul von Audatex AUTOonline Claims Check werden Positionen in den Kostenvoranschlägen von Werkstätten online auf Konditionen und Regeln von den Versicherungen geprüft sowie auf technische Plausibilität überprüft. „Unser Ziel ist eine schnelle und faire Prüfung des Kostenvoranschlages“, fuhr Dimitra Theocharidou-Sohns vor den Kfz-Versicherern und Partnerwerkstätten fort. Diese überprüften Kostenvoranschläge werden an die Werkstatt zurückgespielt und erhalten dann ein Zertifikat, sodass der Kfz-Versicherer den Claims Check erkennen kann. Teilnehmer aus dem Kreis der Betriebe stellten während der Vorstellung Nachfragen vor allem in Bezug auf die Kalkulation und Prüfung von Arbeitspositionen bei konkreten Schadenbildern oder der Berücksichtigung des Aufwandes von Mehrschichtlackierungen. „Der neue Claims Check minimiert Fehler durch automatisierte Prozesse, berücksichtigt auch individuelle Schadenslagen und bindet die Werkstätten in diesen Ablauf partnerschaftlich mit ein“, fasste Dimitra Theocharidou-Sohns zusammen. „Das Modul kann flexibel auf die verschiedenen Gegebenheiten von Schadenabläufen angepasst werden, beschleunigt den Freigabeprozess für alle Beteiligten, ist unabhängig von der verwendeten Managementlösung einsetzbar und ermöglicht vor allem eine neutrale Betrachtung und Beurteilung des Reparaturweges.“ ## AudaExpertWeb – die Online-Managementlösung für Versicherungen Das Herzstück der webbasierten Bearbeitung in der Kfz-Schadenregulierung ist AudaExpertWeb. Das System verbindet mit seinen unterschiedlichen Modulen alle am Schadenprozess beteiligten Stellen. „Das Managementsystem ist eine zukunftssichere Plattform, die als Basis für alle Neuentwicklungen von Audatex AUTOonline dient“,
erklärte Product Manager Daniel Kobel. Das browserbasierte System ist plattform- und betriebssystemunabhängig, und damit auch unterwegs auf Tablets immer einsatzbereit. Die Bedienung ist dank Responsive-Design intuitiv. Masken und Arbeitsabläufe lassen sich prozessbezogen gestalten und Stammdaten aus dem Offline-System können migriert werden. ## Westfälische Provinzial startet mobile Online-Schadenerfassung Als einer der ersten Kfz-Versicherer startet die Westfälische Provinzial ein Pilotprojekt mit Audatex AUTOonline, um den gesamten Regulierungsprozess vollständig zu digitalisieren. „AudaExpertWeb kommt bei der Westfälischen Provinzial erstmals zum Einsatz und wird die Arbeit der Sachverständigen deutlich erleichtern sowie Abläufe erheblich beschleunigen“, erklärte Audatex AUTOonline Geschäftsführer Michael Bergmann. ## Mobil und online mit Qapter [„Für mehr Effektivität bei der Schadenerfassung sorgt das neue Modul Qapter.“](http://schaden.news/de/article/link/39566/qapter-soll-schadenerfassung-der-naechsten-generation-werden) Dimitra Theocharidou-Sohns stellte während der Tagung in einer Live-Demo vor, wie Qapter genau funktioniert. „Die mobile Schadenerfassung ist auf allen Smartphones oder Tablets möglich und bringt noch einmal eine Beschleunigung dieses Prozesses.“ Besonders bei der Bilderstellung von Unfallschäden spielen mobile Endgeräte eine wichtige Rolle. „Schadenbilder können mit Qapter direkt einem bereits angelegten Schadenfall zugeordnet werden. Notwendige Informationen wie Fahrzeugdaten lassen sich ebenfalls schnell und einfach über die mobile Version von Qapter einfügen.“ Die Daten werden in einer Cloud gespeichert, auf die Sachverständige und Kfz-Versicherer zugreifen können. Einen Schadenfall können so mehrere Beteiligte in Echtzeit bearbeiten. Dimitra Theocharidou-Sohns nannte ein konkretes Beispiel: „Ist ein Vorgang von einem Sachbearbeiter in der Schadenabteilung angelegt worden, kann der
Sachverständige vor Ort mit seinem Smartphone Fotos und weitere Informationen direkt in die elektronische Schadenakte hinzufügen. Der Schadenfall kann dann nahtlos vom Kfz-Versicherer weiterbearbeitet werden.“ Die App Qapter Sync baut direkt eine verschlüsselte Online-Verbindung auf. „Sollte der Sachverständige vor Ort keinen Netzzugang haben oder bricht die Verbindung ab, speichert Qapter Cache die Daten lokal und überträgt sie in die Cloud automatisch, sobald wieder eine Verbindung besteht.“ Somit ist eine Bearbeitung on- und offline möglich. Die beschädigten Bereiche eines Unfallfahrzeuges, die mit Qapter erfasst wurden, werden zudem automatisch als Fahrzeugteile in der 3D-Grafik im System angezeigt. In wenigen Schritten kann dann die Schadenkalkulation erfolgen, die ebenfalls in Qapter Cache zurückgespielt wird. Damit stehen allen Nutzern die gleichen Daten zur Verfügung. ## Schnell und effizient: Fahrzeugbewertung mit VALUEpilot Der neue VALUEPilot wird von Kfz-Versicherern und Sachverständigen für die Fahrzeugbewertung eingesetzt. Darin sind alle relevanten Online-Börsen hinterlegt, sodass eine schnelle und marktpreisgerechte Bewertung von Pkw zur Bestimmung von Totalschäden möglich ist. „Der neue VALUEpilot wird alle Funktionalitäten des bekannten VALUEpilot beinhalten, ergänzt um weitere Features, die die Wertermittlung erleichtern und zu einer genaueren Berechnung des WBW-Korridors führen“, so Product Manager Dominik Bläker. Zu den Neuerungen gehören so mehr als 50 Ausstattungsmerkmale sowie präzise Filterungsmöglichkeiten und ein neues intuitives Design. ## Offene Diskussion über die Digitalisierung Während der BGA-Tagung diskutierten Partnerwerkstätten mit den Kfz-Versicherern auch direkt über die Digitalisierung von Schadenprozessen. „Die Umstellung auf digitale Abläufe ist immer ein Prozess“, erklärte Betriebsinhaber Michael Seidel. „Leider haben wir noch zu viele unterschiedliche Standards, die wir vereinheitlichen müssen.“ Der junge Unternehmer
hat seinen Karosserie- und Lackierbetrieb ganz auf digitale Prozesse ausgerichtet und arbeitet ausschließlich mit Kfz-Versicherern zusammen, die digitale Abläufe beherrschen. Gemeinsam mit den Inhabern Kay Dähn, Frank Jensen und Torsten Rott stellte er fest: „Digitalisierung bedeutet auch, die Menschen mitzunehmen und einzuarbeiten. Wenn Partnerwerkstätten und Kfz-Versicherer digitale Prozesse gemeinschaftlich entwickeln, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“ Eine Meinung, die auch Peter Boecker (DEVK) und Michael Bojarzyn (Provinzial) teilten. Sie gaben während der Podiumsdiskussion ein positives Feedback zu den von Audatex AUTOonline vorgestellten Modulen und skizzierten, wie sich die Kfz-Versicherer künftig aufstellen. Als Gastredner rundete Erfolgsautor Matthias Berg zum Thema „Energien mobilisieren“ die BGA-Tagung ab. Seine persönliche Geschichte als Olympiasieger und Hornist mit Handicap beeindruckte und bewegte die Teilnehmer des Treffens bei Audatex AUTOonline sehr.
Lisa Möckel