2018-05-02T13:55:46+0000
# Ist Ihr Betrieb schon unter Strom? Was bedeutet das Thema Elektromobilität für Karosserie- und Lackierbetriebe? Bei einer Marktdurchdringung von gerade mal einem Prozent erstmal nicht so viel. Doch: „Ohne entsprechend geschultes Personal darf der Betrieb grundsätzlich lediglich einfache Arbeiten im Gebrauch des Fahrzeugs durchführen, etwa das Fahrzeug waschen oder Reifenfülldruck prüfen und korrigieren“, erklärt Helge Kiebach, Leiter der Schadenforschung beim Kraftfahrzeugtechnischen Institut KTI. ## Ohne den „Fachkundigen“ geht nichts Damit die Werkstatt überhaupt Reparaturen an einem Elektro- oder Hybridfahrzeug durchführen kann, ist die Qualifizierung mindestens eines Mitarbeiters erforderlich: „Für Werkstätten sind vor allem zwei der insgesamt fünf Qualifizierungsstufen im Zusammenhang mit E-Fahrzeugen relevant. Zum einen der Fachkundige für Arbeiten an Hochvolt-eigensicheren Fahrzeugen, zum anderen die elektrotechnisch unterwiesene Person“, erklärt Helge Kiebach. Die Ausbildung zum Fachkundigen für Arbeiten an Hochvolt-eigensicheren Fahrzeugen umfasst einen zweitägigen Lehrgang. Danach kann dieser Mitarbeiter die übrigen Personen im Betrieb elektrotechnisch unterweisen. ## Investitionskosten überschaubar
Was der Betrieb darüber hinaus benötigt, ist in der Regel überschaubar: - Warnschild, das darauf hinweist, dass das gekennzeichnete Fahrzeug mit HV-Technik ausgestattet ist - Geeignete, zulässige Prüfgeräte zum Feststellen der Spannungsfreiheit - Geprüfte Isolierhandschuhe (bis 1.000 Volt und lichtbogengeschützt) - Schutzbrille - Vorhängeschloss zur Sicherung des Wartungssteckers ("Servicestecker", "Disconnect") ## Verantwortung trägt der Unternehmer Nimmt die Werkstatt einen Reparaturauftrag für ein Elektrofahrzeug an, liegt die Gesamtverantwortung grundsätzlich bei dem Unternehmer. „Dieser hat dafür zu sorgen, dass entsprechend qualifiziertes Personal in der Werkstatt vorhanden ist“, erklärt Helge Kiebach. Ist das gegeben, liege die organisatorische und fachliche Verantwortung beim Fachkundigen für Arbeiten an Hochvolt-eigensicheren Fahrzeugen.
Lisa Möckel