2017-05-08T12:39:52+0000
# Bei 89 Prozent wird bis zu 250 Euro pro Schadenfall gekürzt Es ist schon lange ein Ärgernis in zahlreichen Karosserie- und Lackierbetrieben – und zunehmend auch in den Schadenabteilungen von Versicherern: Unberechtigte Rechnungskürzungen von Prüfdienstleistern bei Arbeitszeitwerten, Kleinteilepauschale oder Lackmaterialkosten nerven die Branche. Erstmals zeigt die Online-Umfrage unter den Lesern von colornews.de, wie das Problem im Unfallschadenmarkt tatsächlich aussieht. Denn bisher lagen keine Zahlen zur Kürzung von Werkstattrechnungen im Unfallschadenmarkt vor. ## Kürzungen liegen meist zwischen 50 und 250 Euro pro Auftrag Wie lauten die Ergebnisse im Einzelnen? 91 Prozent der befragten Leser sind von Rechnungskürzungen betroffen. Die durchschnittliche Höhe der Kürzungen pro Schadenfall beziffert die Mehrheit der Teilnehmer der Umfrage (89 Prozent) zwischen 50 und 250 Euro. Elf Prozent der Befragten gaben an, dass pro Auftrag mehr als 250 Euro gekürzt wurden. Drei Prozent hiervon meinten sogar, dass die durchschnittlichen Kürzungen bei mehr als 500 Euro im Schadenfall lagen. ## Wie hoch waren die Kürzungen im Jahr 2016 insgesamt? Nach der geschätzten Höhe der Rechnungskürzungen für das Gesamtjahr 2016 befragt, ist das Meinungsbild sehr differenziert.
Bei 35 Prozent der teilnehmenden colornews.de-Leser lagen die Kürzungen unter 1.000 Euro, wohingegen fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) ihre Streichungen zwischen 1.000 bis 5.000 Euro veranschlagten. Bei 13 Prozent betrug die Summe aller Rechnungskürzungen über 5.000 Euro. Sieben Prozent der Umfrageteilnehmer konnten oder wollten keine genaueren Angaben zum Umfang der Kürzungen treffen. ## Drei Viertel der Befragten gehen gegen die Kürzungen vor Die große Mehrheit – nämlich 76 Prozent – der Befragten gaben an, gegen die durchgeführten Kürzungen vorzugehen. Von ihnen nutzt rund ein Drittel die Unterstützung eines Anwalts, der Rest geht nach eigenen Angaben ohne juristischen Beistand gegen Kürzungen vor. Daneben gaben 14 Prozent an, noch unentschlossen zu sein, während elf Prozent der Befragten erklärten, nichts gegen die Streichungen zu unternehmen. ## Sind die Betriebe bereit einen Dienstleistungsservice einzuschalten? Um Betriebe vor Rechnungskürzungen zu schützen, bieten einige Dienstleister einen speziellen Service an. In der colornews.de-Umfrage wurde danach gefragt, ob ein Dienstleistungsservice wie EUROGARANT (DfB) in Anspruch genommen werden würde, um den Aufwand bei der Rechnungsabwicklung zu reduzieren und sich vor Rechnungskürzungen zu schützen. 36 Prozent der Befragten antworteten mit „ja“, während 25 Prozent meinten, dies sei keine Option für sie. 39 Prozent der Teilnehmer waren unentschlossen, ob sie einen Dienstleistungsservice überhaupt nutzen wollen.
Lisa Möckel