2026-09-23T09:55:00+0000

Zwei Betriebe, zwei Strategien: So kommt der neue Express Plus Energy Klarlack zum Einsatz

Mit dem Express Plus Energy Klarlack P190-8003 hat Nexa Autocolor im April ein neues Klarlack-System auf den Markt gebracht, das K&L-Werkstätten unterschiedliche Trocknungsoptionen bietet. Das Lackierzentrum Miltenberg in Unterfranken und die Ernst Jüntgen GmbH am Standort Solingen haben den neuen Klarlack seit einigen Monaten im Einsatz. Die Beweggründe für den Einsatz des neuen Materials sind dabei durchaus verschieden. ## „Wir sparen im Schnitt 50 Prozent Zeit und Energie“ Seit April arbeitet das Lackierzentrum Miltenberg in Unterfranken mit dem P190-8003. Geschäftsführer Dennis Schmitt hatte den Klarlack bei einer Vorführung gesehen und war direkt überzeugt. Nach einer kurzen Testphase stellte das Lackierzentrum vom P190-8002 auf den P190-8003 um. Ausschlaggebend war laut Dennis Schmitt vor allem die reduzierte Trocknungszeit: Rund 25 Minuten dauerte die Ofentrocknung bei 50 Grad beim vorherigen Klarlack, mit dem neuen Express Plus Energy sind es nach Betriebsangaben nur noch zehn bis zwölf Minuten bei 40 Grad. „Wir sparen im Schnitt 50 Prozent Zeit und Energie durch die Umstellung auf den neuen Klarlack ein“, erklärt Dennis Schmitt im Gespräch mit schaden.news. Auch bei der Verarbeitung zeigt sich der Geschäftsführer zufrieden. Der Klarlack wird in 1,5 Spritzgängen ohne Ablüftzeit aufgetragen. „Der Klarlack legt sich gut und spannt sauber auf. Nach der Trocknung lässt er sich zudem einwandfrei polieren.“ ## Mehr Durchsatz dank Effizienzgewinn Die kürzere Trocknungszeit hat im Lackierzentrum Miltenberg zusätzliche Kapazitäten geschaffen. „Durch die Zeiteinsparung konnten wir die Kabinendurchläufe um einen zusätzlichen Kabinengang pro Tag erhöhen“, so Dennis Schmitt. Der 25 Mitarbeiter große Betrieb gehört zu den größten K&L-Zentren der Region, die Auftragslage ist mit zwei bis drei Wochen Vorlauf nach wie vor sehr gut. Gleichzeitig gewinnt der Betrieb Flexibilität bei der Wahl des Trocknungsverfahrens. Im Sommer konnte fast komplett auf Lufttrocknung umgestellt werden, der Ofen blieb aus. „Wir konnten die hohen Temperaturen nutzen und nach 10-minütiger Ablüftzeit die Teile aus der Kabine holen ohne den Trockner überhaupt hochgefahren zu haben.“ Bei kleineren Reparaturen in Multiboxen wird ebenfalls luftgetrocknet. „Wir haben jetzt einfach mehr Möglichkeiten, je nach Auftrag und Situation zu entscheiden, wie wir trocknen“, resümiert der Geschäftsführer. ## Flexibilität für Auftragsspitzen Auch bei der Ernst Jüntgen GmbH am Standort Solingen steht die Flexibilität im Fokus. Die Jüntgen GmbH betreibt insgesamt fünf Betriebsstätten mit rund 180 Mitarbeitenden, rund 30 davon in Solingen. Anders als in Miltenberg wurde der Klarlack dort jedoch nicht komplett umgestellt, der P190-8003 wird stattdessen ergänzend zum hauptsächlich
verwendeten P190-6570 genutzt. „Wir haben den neuen Klarlack vor allem eingeführt, um bei Auftragsspitzen flexibler reagieren zu können“, erklärt Betriebsleiter Philipp Bitzen. Denn bei rund 250 Lackierdurchgängen monatlich komme es immer wieder zu Stoßzeiten. Beide Klarlacke werden ofengetrocknet, während die Trocknung beim P190-6570 rund 20 Minuten dauert, seien es beim P190-8003 hingegen nur fünf Minuten bei 50 Grad. Aktuell schafft das Team sechs Kabinendurchgänge pro Tag. „Mit dem neuen Klarlack wäre grundsätzlich einen Kabinengang mehr drin, aber das war nicht das Ziel. Wir setzen ihn vor allem dann ein, wenn die Auftragslage es erfordert. Für uns ist die Mischung aus beiden Klarlacken optimal“, so Philipp Bitzen. ## „Alle sind begeistert“ Fahrzeuglackierermeister Lukas Ratsch beurteilt den Klarlack vor allem aus der Anwendersicht. „Ich habe so etwas bisher noch nicht in der Hand gehabt. Alle Lackierer bei uns sind begeistert“, zeigt er sich zufrieden. Gerade bei schnellen Materialien habe er in der Vergangenheit immer wieder Probleme erlebt – beispielsweise Kocherbildungen oder Oberflächen, die matt wegschlagen. Besonders kritisch sei das bei Schwarz-Tönen oder liegenden Bauteilen gewesen. Beim P190-8003 hat das Team diese Erfahrungen bislang nicht gemacht. „Der Klarlack ist sofort polierbar – egal, ob Haube oder Dach“, berichtet Lukas Ratsch gegenüber schaden.news. Vor allem im Smart-Repair-Bereich kommt der Klarlack bei der Jüntgen GmbH in Solingen zum Einsatz. Bei kleineren Beschädigungen könne der Ablauf dadurch kurz gehalten werden: „Wenn mal ein kleiner Kratzer oder so da ist, können wir kurz anschleifen, drüberlackieren und sind fertig“, beschreibt Ratsch. ## Ein Klarlack, zwei Betriebe, unterschiedliche Einsatzfelder Die Erfahrungen aus Miltenberg und Solingen zeigen damit zwei unterschiedliche Ansätze: Während das Lackierzentrum den P190-8003 fest in den täglichen Prozess integriert und mit kürzeren Trocknungszeiten Zeit und Energie spart, setzt Jüntgen ihn gezielt bei Auftragsspitzen und vor allem im Smart-Repair-Bereich ein. Entscheidend ist für beide Betriebe dabei die zusätzliche Flexibilität im Trocknungsprozess.