2026-09-09T16:19:15+0000

Mit Zyrcle soll Nachhaltigkeit sichtbar werden

Das Interesse am Thema Nachhaltigkeit ist in der Branche momentan eher verhalten. „In den Werkstätten stoßen wir häufig auf Skepsis“, räumt Michael Gesell vom Verein Nachhaltige Kfz-Reparatur bei der Vorstellung des neuen Zertifikats Zyrcle ein. Doch davon lassen sich die Initiatoren des neuen Werkstattstandards nicht beirren und lieferten am Messestand der Zukunftswerkstatt 4.0 auf der Automechanika ein konkretes Konzept. ## Was soll das neue Zertifikat leisten? Schon seit zwei Jahren diskutieren Verbände und die Initiative über nachhaltige Werkstattstandards. [ZKF, ZDK, BIV, BFL und BVdP gingen im März dieses Jahres mit ihrem Tool für die Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Branchenöffentlichkeit.](https://www.schaden.news/de/article/link/44935/branchenverbaende-veroeffentlichen-betriebs-tool-fuer-nachhaltigkeitsbericht) Der Verein will nun die Nachhaltigkeit für alle an der Unfallschadenregulierung beteiligten Parteien sichtbar machen und mit dem Werkstattstandard Zyrcle verbindliche Kriterien schaffen. Ökologische, soziale und betriebliche Standards sind die drei Bereiche in denen Kriterien definiert werden. Im Gespräch mit schaden.news nennt Michael Gesell einige konkrete Punkte: „Für das Zertifikat werden beispielsweise Instandsetzungsquoten, Energieverbrauch und CO2-Emissionen abgefragt.“ Darüber hinaus sollen Ausbildung, Weiterbildung von Beschäftigten und lokales Engagement bei sozialen Kriterien besonders berücksichtigt werden. Bei den betrieblichen Standards seien Punkte wie strategischen Ausrichtung, Zielsetzung und Unternehmenskennzahlen wichtig. Am Ende ist Zyrcle ein dreistufiges Modell (Bronze, Silber, Gold). „Die Betriebe können und sollen sich weiterentwickeln“, heißt es in Frankfurt zur Erklärung. Es scheint so, dass die Initiative möglichst viele Karosserie- und Lackierbetriebe mitnehmen will. ## Start ist Januar 2027 Noch arbeitet der Verein an letzten Details, wie dem Punktesystem des Stufenmodells. Doch der Ablauf der Zertifizierung steht bereits. Der Weg zum Zyrcle Zertifikat besteht aus drei Phase. 1. Vorbereitung mit Erstgespräch und Selbstauskunft. 2. Das Audit vor Ort mit Prüfung, Bewertung und Feedback. 3. Abschluss und Weiterentwicklung mit Maßnahmenumsetzung, Zertifikat und Abschlussbericht bzw. Rezertifizierung. Erfüllt ein teilnehmender Betrieb die Anforderungen im Zertifizierungsprozess von Zyrcle nicht, dann hat die Werkstatt nach Aussage der Initiative vier Wochen Zeit, um „nachzubessern“. Alle zwei Jahre soll eine Überprüfung der nachhaltigen Werkstattstandards erfolgen, die durch Prüforganisationen wie DEKRA durchgeführt wird. Start von Zyrcle soll im Januar 2027 sein. ## Wer steht hinter der Initiative? Anders als bei den Verbänden können im Verein Nachhaltige Kfz-Reparatur e.V. Mitglieder beitreten. Bisher sind Werkstattgruppen und Betriebe (IRS Group, DRS, Pankel, Lackierzentrum Niedernhall), Kfz-Versicherer und Schadensteuerer (Allianz, Innovation Group, Riparo), Lieferanten und Werkstattausrüster (Surventis, USI), Prüforganisationen (DEKRA) sowie weitere Schadendienstleister (SSH, Control Expert und net.casion) dabei. Michael Gesell appellierte an die gesamte Branche sich dem Verein anzuschließen. An die Adresse der Werkstätten gerichtet sagte er: „Mit Zyrcle lässt sich die Zukunft des eigenen Werkstattbetriebes sichern, um profitabler zu werden, künftige Anforderungen zu erfüllen und damit das Vertrauen der Kunden in die eigene Leistungsfähigkeit zu stärken.“
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