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2026-09-23T09:59:23+0000

Mutter-Tochter-Duo bestreitet gemeinsam den Generationenwechsel

Seit fast 40 Jahren ist die Rudolf Deusing GmbH in der Nähe von Gießen am Markt. Zunächst als reiner Lackierbetrieb, seit 2015 bietet das Unternehmen die komplette Unfallinstandsetzung an. Isabell Deusing führt den Betrieb gemeinsam mit ihrem Bruder Markus in zweiter Generation. Vorrangig bedient die Werkstatt Privatkunden, ist aber auch in der Schadensteuerung aktiv. Zehn Mitarbeitende gehören zum Team. Darunter auch Mutter Elfie Deusing, die das Unternehmen 1987 gemeinsam mit ihrem Mann gegründet hatte. „Mich nennt man hier nur die Graue Eminenz“, erklärt die 72-Jährige im schaden.news-Gespräch lachend. Bereits seit neun Jahren ist sie in Rente. „Und doch komme ich immer noch jeden Tag gern zur Arbeit“, berichtet sie. 2015 begann sie, die Geschicke des Familienunternehmens nach und nach in die Hände ihrer Kinder zu legen. „Es ist gut, wenn man damit rechtzeitig beginnt und schrittweise vorgeht“, kann sie nun aus Erfahrung erzählen. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sie sich im Repanet-Beirat und war in diesem Zusammenhang auch am Aufbau des Projekts Next Generation beteiligt, das junge Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolger auf ihre Aufgabe vorbereiten soll. „Da habe ich gesehen, wie wichtig es ist, die Unternehmensübergabe strategisch gut vorzubereiten.“ ## Nachwuchsprogramm als Schlüssel für professionelle Führungsrolle So nahm auch Tochter Isabell an der 3. Staffel von Next Generation teil. Eigentlich ist die heute 48-Jährige gelernte Industriekauffrau, aber nach und nach in den Betrieb hineingewachsen, wie sie selbst sagt. Die Teilnahme an Next Generation sei eine tolle Erfahrung gewesen. „Viele der Teilnehmenden stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Es ist eine super Gelegenheit, sich gemeinsam darüber auszutauschen“, berichtet sie. Das habe ihr auch die Angst genommen, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. Die Belegschaft stand dabei immer hinter ihr. „Unser Meister kennt mich, seitdem ich ein kleines Mädchen war“, erinnert sie sich. Und mit Bruder Markus zusammen bilde sie ein tolles Team. Das findet auch Mutter Elfie. Beide Frauen lieben den Umgang mit den Menschen. „Arbeiten gehen ist für uns wie nach Hause kommen“, ist sich das Mutter-Tochter-Duo einig. ## Durchsetzungsvermögen erwünscht Aber Isabell Deusing weiß auch, dass es Frauen in einem männerdominierten Berufsfeld nicht immer leicht haben. Auch sie selbst habe die Frage „Kann ich bitte den Chef sprechen“ schon häufiger von Kunden gehört. Doch sie stand da immer drüber, hat sich durchgesetzt, Respekt erarbeitet und bereits als junge Frau selbst beigebracht, ein Fahrzeug mit Anhänger zu fahren. Und gerade von den weiblichen Kunden habe sie oft positives Feedback erhalten: „Vor allem die Autofahrerinnen freuen sich ganz oft, dass sie hier so herzlich empfangen und ernst genommen werden“, berichtet sie. Gerade darum setzt sie sich auch dafür ein, dass alle, die sich als Azubi in ihrem Betrieb bewerben, die gleichen Chancen erhalten. Unter den Lehrlingen ist in der Lackierabteilung bereits eine Frau, eine zweite absolvierte ein Praktikum in der Rudolf Deusing GmbH und hat am 01.08.2026 die Ausbildung begonnen. „Frauen sind oft feinfühliger und haben einen besseren Blick fürs Detail. Aber sie müssen auch tough sein in dieser Branche“, weiß Elfie Deusing aus ihrer langjährigen Erfahrung im Unternehmen. Was die beiden Frauen angehenden Fahrzeuglackiererinnen, Karosseriebauerinnen und anderen weiblichen Fachkräften in der K&L-Werkstatt raten: „Auf jeden Fall immer offen und ehrlich sein, nicht mit seinen Problemen und Fragen hinterm Berg halten. Es gibt immer Lösungsmöglichkeiten.“
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