2022-03-16T12:07:37+0000

Anlagentechnik: Steigende Heizkosten sorgen für Innovationsschub

Gas, Heizöl, Strom: Die aktuelle Kostenentwicklung im Energiesektor stellt Unternehmen der Reparaturbranche zunehmend vor Herausforderungen, denen mit konventionellen Einspartipps kaum noch beizukommen scheint. Immer mehr K&L-Betriebe verfügen daher bereits über eine Photovoltaik-Anlage oder planen in naher Zukunft, ihre Betriebskosten mit Hilfe von Solarstrom zu senken. Doch lassen sich damit auch Heizkosten senken? ## Geringe Einspeisevergütung verschiebt Fokus auf PV-Eigennutzung „Die Nutzung der Solarenergie bietet sich für Werkstätten besonders an, da die zur Verfügung stehenden Dachflächen eine Stromerzeugung in ausreichend großer Menge ermöglichen. Da kommen schnell 600 bis 1.500 Quadratmeter zusammen“, erklärt Jürgen Sterzik, Vertriebsleiter Lackieranlagen bei WOLF Geisenfeld. Die in den letzten Jahren stark gesunkene Einspeisevergütung habe allerdings dazu geführt, dass moderne PV-Anlagen nun mit dem Ziel errichtet würden, den energetischen Eigenbedarf eines Unternehmens abzudecken. „Uns erreichten immer häufiger Kundenanfragen, ob sich dieses Potential nicht für die Kabinenbeheizung einsetzen lässt, da diese bekanntlich zu den größten Energieverbrauchern in K&L-Betrieben zählt“, berichtet der Experte weiter. Der Bau rein elektrisch betriebener Lösungen sei bislang aber an dem Problem gescheitert, dass gerade in den heizintensiven Wintermonaten keine ausreichende Strommenge produziert wird und ein Netzbezug viel zu teuer wäre. ## Neues Lüftungsaggregat regelt Energiezufuhr durch intelligente Steuerung Vor diesem Hintergrund haben die Anlagenexperten von WOLF nun eine variable Lösung mit intelligentem Energiemanagement entwickelt. Laut Jürgen Sterzik funktioniert diese ähnlich wie bei einem Hybridfahrzeug: „Neben der elektrischen Heizung steht im neuen Lüftungsaggregat WLE-S Hybrid auch ein konventioneller Lufterhitzer mit Gas- oder Ölbrenner bereit. Durch diese Kombination kann die Lackieranlage immer genau so viel Strom aus der PV-Anlage verwerten, wie gerade verfügbar ist. Genügt dies nicht, um die gewünschte Kabinentemperatur zu erreichen, heizt der konventionelle Warmlufterzeuger dazu.“ Die installierte elektrische Leistung richtet sich dabei nach der Größe der PV-Anlage und dem durchschnittlichen Strombedarf des Betriebes. Auch eine Nachrüstung der Technologie in Bestandsanlagen sei möglich. ## Konzept soll seine Stärken vor allem in Übergangszeiten ausspielen Besonders in den Übergangszeiten könne das Gerät dem Experten zufolge sein Potential voll entfalten. Während bei Außentemperaturen um die 15 Grad Celsius ein vergleichsweise geringer Bedarf an zusätzlicher Heizleistung bestehe, liefere die PV-Anlage bereits ausreichende Strommengen, um diesen Bedarf abzudecken. In den Sommermonaten beschränke sich der Wärmebedarf dann ohnehin auf den Trocknungsvorgang, welcher ebenfalls aus dieser Energiequelle gespeist werden könne. „Mit dieser Technologie können Betriebe den selbst produzierten Solarstrom zum Heizen und Trocknen nutzen, anstelle diesen billig ins Netz einzuspeisen. Das verringert nicht nur die Kosten, sondern auch die Emissionen und stellt einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit dar“, betont Jürgen Sterzik.