2021-07-06T09:40:58+0000

„Kein Hochvolt-Schein nötig für 48 Volt Mild Hybrid System“

Die Reduktion der CO2-Emission ist für die Automobilbranche eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Lösungen, um den Kraftstoffausstoß zu reduzieren, gibt es viele – welche das konkret sind, erklärte Michael Wendt, Technischer Trainer der Valeo Service Deutschland, vergangene Woche (30.06.) in einem Live-Webinar. ## Entwicklung der Hybrid- und Elektrofahrzeuge Bereits 1970 war ein erstes Stopp-Start-System auf dem Markt, 2004 folgten die ersten Fahrzeuge mit Mikro Hybridsystemen mit einem Starter-Generator und regenerativer Energierückgewinnung. Inzwischen habe sich das Sortiment um Mild Hybrid, Voll Hybrid, Plug-in Hybrid bis hin zum Full Elektrik-Fahrzeug erweitert. „Prognosen für die nächsten 10 bis 15 Jahre zeigen, dass konventionelle Antriebe im Großen und Ganzen verschwinden werden“, erklärt Michael Wendt. Demnach verfügen 2030 nur noch 6 Prozent aller Fahrzeuge weltweit über einen Benzin- oder Dieselantrieb. Mit über 50 Prozent werden Hybrid-Antriebe dann den größten Anteil unter den Antriebsarten einnehmen. „Das reine Elektroauto wird natürlich seine Daseinsberechtigung haben, vor allem in den Ballungszentren und Großstädten“, betont Michael Wendt. ## 48-Volt-System: „Preiswert und platzsparend“ Das Problem mit Hochspannungstechnologien sei aber, dass diese „in Bezug auf Funktionalität, Kosten und CO2-Emission in der Produktion etwas überdimensioniert sein können“ und zudem für die Werkstätten mit strengeren Sicherheitsanforderungen einhergehen. Valeo habe deshalb das 48-Volt-System entwickelt, das bereits 2016 auf der IAA präsentiert wurde. Denn dieses sei in der Lage, eine Hybridlösung bereitzustellen und zudem preiswert und platzsparend. Zudem betonte Michael Wendt: „Es ist absolut einfach, das System in die bestehende Konfiguration der Fahrzeuge zu integrieren – ob Benziner oder Diesel.“ ## „Kein Hochvoltschein notwendig“ Wie, das erklärte der Experte im Webinar. Hierfür wird ein riemengetriebener iBSG-Starter-Generator (Integrated Belt Starter Generator) im Fahrzeug integriert. „Über den Riemen entnehmen wir der Kurbelwelle mechanische Energie und wandeln diese in unserem IBSG-Starter-Generator in elektrische Energie um.“ Die so entstandene Energie wird in einer 48-V-Batterie gespeichert und über einen Spannungswandler auf 12 Volt umgewandelt, um das komplette Bordnetz zu versorgen. Der größte Vorteil dieser Technologie sei, so Michael Wendt: „Die Werkstätten benötigen für die Arbeiten an dem System keinen Hochvoltschein. Somit ist das System für freie Werkstätten absolut einfach zu handhaben.“ ## Wo ist die Technologie aktuell verbaut? Die von Valeo entwickelte Technologie bietet sowohl eine Stopp-Start-Funktion als auch die Möglichkeit der regenerativen Energierückgewinnung. Durch die regenerative Energierückgewinnung wird der 48V Akku ohne Kraftstoffverbrauch geladen. Verbaut ist das 48-V-System unter anderem im VW Golf 8. ## Infos zur Reparatur Interessierten Betrieben bietet Valeo Service Deutschland auch spezielle Trainings zum 48-Volt-Hybrid-System an. Zudem werden [auf der Website unter „Tech Assist“ kostenfreie Videotutorials zur Verfügung gestellt](https://gateway.on24.com/wcc/eh/1832157/category/12369/g%25E2%2580%25A6/?_ga=2.245051077.1509526381.1623916931-184681934.1623916931). Hier finden sich unter anderem Anleitungen zum Einbau, Reparaturtipps, Produktvorstellungen, aber auch Tutorials zu allgemeinen Entwicklungen in der Fahrzeugtechnologie. K&L-Betriebe können nach einer Registrierung kostenfrei auf die 10 bis 15-minütigen Videos zugreifen.
Carina Hedderich
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