2020-11-17T12:46:41+0000

„Innenraumschutz ist gefragter denn je“

Wie hat sich die Auftragslage seit Mai bei Horn & Bauer geändert und was plant der Folienspezialist im kommenden Jahr? Vertriebsleiter Karsten Grötecke gibt im exklusiven Interview mit schaden.news Antworten. ___Herr Grötecke, seit dem 2. November gelten aufgrund der steigenden Infektionszahlen wieder Einschränkungen im gesamten Bundesgebiet. Wie ist die aktuelle Lage bei Horn & Bauer?___ __Karsten Grötecke: __Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr ging die Nachfrage auch bei uns im K&L Bereich etwas zurück. Seit Mai merken wir insbesondere auf den deutschen Markt eine spürbare Erholung. Die Auftragslage befindet sich aktuell über Vorjahresniveau und wir blicken optimistisch in die Zukunft, dass das so bleibt. ___Welche Produkte werden von den Betrieben denn besonders stark nachgefragt?___ __Karsten Grötecke: __Für unseren Innenraumschutz verzeichnen wir eine deutlich gestiegene Nachfrage, nicht nur wegen Corona, sondern weil die Wahrnehmung sich hier im Laufe der Zeit auch weiterentwickelt hat. Gemeint ist insbesondere die Komplettlösung Integral All in One, bei der sowohl Sitz, Lenkrad, Handbremse und Schaltung als auch Fußmatte geschützt sind. Im Übrigen gibt es das Produkt schon heute aus bis zu 50 Prozent „Altplastik“. Das Produkt ist qualitativ absolut gleichwertig und der Markt braucht sich gar nicht umstellen. Kostbare natürliche Ressourcen werden gleichzeitig aber geschont. ___Rechnen Sie damit, dass die Nachfrage weiter anhält?___ __Karsten Grötecke: __Definitiv. Wir gehen sogar davon, dass diese noch weiter zunehmen wird. Deswegen haben wir auch eine Investitionserweiterung vorgenommen. Um die hohe Nachfrage abdecken zu können, gehen noch im November weitere Maschinen in die Produktion. Letztlich ist der Schutz des Kunden und der Schutz des Lackierers in Kombination mit Umweltschutz in unseren Augen aktuell eines der wichtigsten Themen. ___Stichwort Nachhaltigkeit: Sie haben in diesem Jahr mit einem neuen Partner ein neues Entsorgungssystem etabliert. Was ist das Ziel dieser Partnerschaft und wie funktioniert das System?___ __Karsten Grötecke: __Seit April kooperieren wir für den deutschen Markt mit dem Entsorgungsunternehmen Suez.Rechain. Das System ist einfach: Suez kommt zu dem Lackierbetrieb und holt die Lackierfolien nach deren Verwendung ab. Diese werden – aktuell noch – thermisch verwertet, das heißt verbrannt. Ziel der Kooperation mit Suez war jedoch von Anfang an, das Thema Recycling voranzutreiben. Wir wollen die Lackierfolie vom Klebeband und vom Lack trennen. Die ersten Ergebnisse sind positiv und wir hoffen, dass wir in den nächsten Monaten dazu etwas mehr an den Markt kommunizieren können. ___Das heißt konkret: Die Folie, hergestellt aus recycelbaren Materialien, wird kommen?___ __Karsten Grötecke: __Unseren Anwendern kann ich versprechen, dass wir an diesem Punkt
intensiv arbeiten. Aber nicht nur die Lackierfolie, sondern auch alle anderen Produkte aus unserem Hause stehen hier in der Überprüfung. Bereits vor einigen Monaten haben wir uns als eines der nachhaltigen strategischen Ziele gesetzt, nur noch das zu produzieren, was man auch zu 100% recyclen kann. Das Ziel ist zwischenzeitlich bereits erreicht. Das ist sehr spannend und macht uns allen im Team viel Freude. Neue technische Möglichkeiten beschleunigen diese Innovationen. ___Nachhaltigkeit muss aber auch von Seiten der K&L-Betriebe gelebt werden. Wie ist die Resonanz der Werkstätten?___ __Karsten Grötecke: __Wir merken, dass die Sensibilität für dieses Thema immer mehr zunimmt. Aber auch Horn & Bauer selbst treibt den Umweltschutz unternehmensintern voran. Seit 2019 beziehen wir die Rohstoffe überwiegend aus Europa. Wir werden zum 1. Januar 2021 ausschließlich CO2-neutralen Strom in Verwaltung und Produktion einsetzen. In weiterer Folge ist das Ziel eine komplett CO2-neutrale Produktion sicherzustellen. ___Was ist unabhängig davon in den nächsten Jahren geplant?___ __Karsten Grötecke: __Idealerweise können wir die recycelten Rohstoffe wieder zumindest teilweise neu verwenden – wir wollen den Kreislauf maximal schließen. Vom Prinzip ist doch ganz klar - Innovationen in Kunststoff schonen die Ressourcen. Wenn wir daraus ein zweites oder drittes Leben kreieren für neue Produkte schaffen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. ___Vielen Dank für das Gespräch!___
Christian Simmert