2020-07-29T11:49:39+0000

HUK-Coburg zieht Erhöhung Stundensätze vor und streicht Corona-Pauschale

Die Ankündigung der HUK-Coburg und ihrer Schadenkooperationspartner, den Stundensatz zu erhöhen, hat in der Branche viele zunächst überrascht. In einer am 29.07. veröffentlichten Pressemeldung aus Coburg heißt es: „Die Stundenverrechnungssätze werden bereits ab August deutlich erhöht. Konkret heißt das ein Plus von 3,50 € für Karosserie und 4,50 € für Lack (jeweils netto).“ ## Kostenpauschale und Reparaturkostenvorschuss entfallen Während der vergangenen Monate hatte die HUK-Coburg und ihre Kooperationspartner die Partnerwerkstätten mit zahlreichen Maßnahmen sehr schnell unterstützt, um einen Beitrag zur Sicherstellung der Liquidität zu leisten. Die Lage habe sich jetzt entspannt und die Steuerungsquote fast wieder das Vorjahresniveau erreicht, stellt der Kfz-Versicherer fest. „Jetzt geht es uns und unseren Kooperationspartnern um einen weiteren positiven Impuls“, kommentiert Thomas Geck, Leiter der Abteilung Schadenprozessmanagement, die vorgezogene Erhöhung der Stundensätze für Lack und Karosserie. Aufgrund der schlanken Prozesse und der schnellen Zahlung der Rechnungen würde nun jedoch der Reparaturkostenvorschuss entfallen. Weiterhin heißt es: „Diese erhöhten Stundenverrechnungssätze gelten auch für das Jahr 2021. Die neuen Verrechnungssätze wirken nicht nur den wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown entgegen, sie kompensieren gleichzeitig eventuelle durch die Pandemie entstehende Mehraufwände. Ab August entfällt deshalb die Kostenpauschale von 45 bzw. 25 Euro.“ ## Reaktionen aus der Branche verhalten positiv Wie sich die Veränderungen tatsächlich auf die wirtschaftliche Situation der Partnerwerkstätten auswirken, bleibt derzeit offen. Erste Reaktionen auf die Anpassung des HUK-Stundensatzes kommen auf Nachfrage von schaden.news vom Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP). „Der eingeschlagene Weg ist der Schritt in die richtige Richtung, den der Bundesverband sehr begrüßt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Beyer. „Allerdings gehen wir davon aus, dass sich durch die Streichung der Fallpauschale durchschnittlich für die Betriebe nur eine leichte Verbesserung ergeben wird.“ Reinhard Beyer erinnerte gegenüber der Redaktion nochmal einmal daran, „dass es derzeit um das Auffangen der Kosten, ausgelöst durch die Pandemie, geht und die zukünftige Entwicklung im Besonderen in Sachen Elektronikkompetenz, Sperrung der OBD Stecker in Fahrzeugen usw. immer noch im weiteren Fokus stehen muss.“ Kritisch sei deshalb, dass die vorgezogene Erhöhung auch für das Jahr 2021 gelte und erst im April 2022 mit einer weiteren Anpassung zu rechnen sei. „Durch das Vorziehen der Preisrunde für das Jahr 2021 wollen wir den Werkstätten langfristige Sicherheit geben“, heißt es hingegen bei Thomas Geck. „Es ist und bleibt unser Ziel, auch nach der Krise mit einem leistungsstarken Partnerwerkstattnetz zusammenzuarbeiten.“ ## Innovation Group passt Basisstundensatz nur leicht an Insgesamt scheint derzeit eine neue Entwicklung bei einigen Kfz-Versicherern und Schadensteuerern einzusetzen, den zusätzlichen Aufwand durch die Corona-Maßnahmen, die in den Betrieben durchgeführt werden, in die Stundensätze einzupreisen. Entsprechende Signal solle es beispielsweise von HDI geben. Der größte unabhängigen Schadensteuerer in Deutschland will künftig ebenfalls seinen Basisstundensatz im August anpassen, das bestätigte Matthew Whittall auf Nachfrage von schaden.news. Unbestätigten Berichten zufolge jedoch nur um einen Inflationsausgleich in Höhe von 1,4 Prozent. Im April vergangenen Jahres seien die Stundensätze mit der Einführung der Leistungsbausteine nach Angaben aus Stuttgart im Durchschnitt um 6,5 Prozent gestiegen.
Christian Simmert
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