2020-03-04T15:11:59+0000

Autoglas: „Das Geschäft hat sich spürbar gewandelt“

Mit dem steigenden Anteil von Kamera- und Sensortechnik in Frontscheiben hat sich die tägliche Arbeit für Autoglasreparaturbetriebe in den letzten Jahren stark verändert. Auch in der Werkstatt von Hanko Richter im sächsischen Grimma waren die unmittelbaren Auswirkungen spürbar. Der gelernte Kfz-Mechatroniker hat sich vor 19 Jahren auf die Autoglasreparatur spezialisiert. Als Partnerbetrieb von junited AUTOGLAS repariert und tauscht er gemeinsam mit seinem vierköpfigen Team bis zu 40 Scheiben pro Woche. Gut ein Drittel der Arbeit entfällt auf Steinschlagreparaturen. Ebenso groß ist bei ihm der Anteil der Fahrzeuge, der nach dem Scheibentausch kalibriert werden muss. In anderen Gebieten Deutschlands und insbesondere bei Leasing- und Flottenfahrzeugen liegt die Quote schon heute deutlich über 50 Prozent. ## Nachrüstung unumgänglich Mit Blick auf die Kalibrierung erklärt Hanko Richter: „Das hat sich spürbar geändert in den letzten Jahren. War es damals nur ein Spiegel, der ab- und wieder anmontiert werden musste, sind zunächst Regensensoren hinzugekommen.“ Mittlerweile sorgen in immer mehr Fahrzeugen moderne Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Abstandswarner und Lichtmesser für mehr Komfort und eine höhere Sicherheit beim Autofahren. „Die dafür erforderliche Kamera ist in der Windschutzscheibe verbaut. Wir kalibrieren diese mit moderner Diagnosetechnik,“ so Richter weiter. Will heißen: Ohne Kalibriertechnik und entsprechendes Know-how kann heute keine Scheibe mehr getauscht werden. Doch Technik allein reicht nicht. „Die Boden- und Lichtverhältnisse sind beim Kalibrieren extrem wichtig. Der Boden muss eben sein und beim Kalibrieren darf sich kein Licht auf der Kamera reflektieren“, führt Hanko Richter weiter aus. ## Neubau auf Kalibrierung ausgerichtet Aus diesem Grund hat sich der Betriebsinhaber 2016 dazu entschieden, eine neue Werkstatthalle zu bauen. „Vorher waren wir zur Miete in einem alten Bestandsgebäude. Die Gegebenheiten vor Ort hätten eine Kalibrierung, wie sie heute durchgeführt wird, gar nicht zugelassen.“ 2017 feierte junited AUTOGLAS Grimma die Wiedereröffnung am neuen Standort. Die neue Halle bietet Platz für drei Fahrzeuge. ## Qualitätsbewusstsein und Präzision erforderlich Zwei Mitarbeiter sind in der Werkstatt beschäftigt. Marc Dähne und Stefan Kappman sind ein eingespieltes Team: Rund 75 Minuten benötigen sie für den Tausch einer Frontscheibe inklusive anschließender Kalibrierung. Eine spezielle Ausbildung zum Autoglaser braucht es zwar nicht, dennoch betont der Betriebsinhaber: „Qualitätsbewusstsein, Genauigkeit und Präzision sind beim Tausch einer Autoglasscheibe enorm wichtig. Denn schon eine kleine Ungenauigkeit beim Einbau kann beispielsweise Windgeräusche bei der Fahrt hervorrufen.“
Carina Hedderich
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