2018-09-13T18:40:06+0000

„Wir greifen die Brandthemen der Branche auf!“

Es waren teilweise hitzige Debatten, die sich die Gäste in der Arena des Schadentalk in Frankfurt lieferten. Eines der umstrittensten Themen war die Rechnungskürzung durch Prüfdienstleister und Kfz-Versicherer. Aber auch über mögliche Manipulationen von Arbeitszeitwerten oder neue Werkstattketten wurde konstruktiv gestritten. ## „10.000 Euro Rechnungskürzungen im Jahr“ Uwe Schuffenhauer, Betriebsleiter aus Dresden, beschrieb beim Talk, wie er mit den Rechnungskürzungen der Prüfdienstleister umgeht. „Wir erfassen mittlerweile jeden Vorgang und können die Daten genau auswerten.“ Er bezifferte die Kürzungen im Jahr 2017 auf rund 10.000 Euro, bei 200 Prüfberichten im Jahr. In einem emotionalen Statement wendete er sich an die Talkgäste und das Publikum: „Meine persönliche Erfahrung zeigt, die Kürzungen sind pauschal und willkürlich und es wird getestet, was und bei welchem Betrieb möglich ist. Leider haben die Prüfer damit viel Erfolg! Kollegen, lasst Euch diese Kürzungen nicht gefallen, wehrt euch!“ ## Wirtschaftliche Lage der K&L-Betriebe verschlechtert sich ZKF-Präsident Peter Börner zeigte auf, wie sich das operative Ergebnis der reparierenden PKW-Mitgliedsbetriebe laut „ZKF-Branchenbericht“ in den letzten 15 Jahren deutlich verschlechterten: „Als eine wesentliche Ursache für den Rückgang der Rentabilität in der Instandsetzung sehen wir die Schadenslenkung durch Versicherer. Viele Betriebe haben für deren Umsatzversprechen Preiszugeständnisse in Kauf genommen und damit auch einen deutlich geringeren wirtschaftlichen Erfolg“. Robert Paintinger stellte in der Talkrunde fest: „Die Arbeitskosten laufen den Betrieben davon.
Während die Stundensätze in der Schadensteuerung in den letzten Jahren nur mäßig gestiegen sind.“ So habe sich die Betriebsleistungseffizienz so stark verschlechtert, dass nur noch 15 Prozent der Betriebe mit ihrer handwerklichen Arbeit Geld verdienen würden. ## Industrialisieren die neuen Werkstattketten den Unfallreparaturmarkt? Mit Fix Auto und der IRS Group standen erstmals zwei neue Werkstattketten auf der Bühne des Schadentalks, die sich der kritischen Diskussion stellten. Die IRS Group setzt dabei durch den Zukauf von Betrieben auf eine Werkstattkette, die mit einem Ansprechpartner direkten Zugriff auf Reparaturkapazitäten hat. Dabei sollen die Prozesse an allen Standorten in gleicher Weise extrem effizient werden. IRS-Chef Norbert Dohmen sprach von der Industrialisierung des Reparaturablaufes. ## Streit um Manipulationen von Arbeitszeitwerten Beim Schadentalk wurde erstmals sehr greifbar gezeigt, wie die Arbeitszeitwerte entstehen und an welchen Stellen möglicherweise manipuliert wird. In einem Gast-Statement warnte DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann vor den Gefahren einer Diskussion über Manipulationen bei Arbeitszeitwerten und bezweifelte die Aussagen in der colornews.de-Umfrage zu diesem Thema. Auf der Bühne des Talks waren sich die Verbände einig, dass es zu Abweichungen zwischen Arbeitszeitwerten und tatsächlicher Reparaturzeit kommt. Keine klare Position gab es bei Kfz-Versicherern. Ullrich Bechmann, Direktor Werkstattnetz bei Innovation Group, zeigte sich jedoch entsetzt über das Ausmaß offenbarer Manipulationen.
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