2017-05-08T12:39:18+0000
# "Von wegen Peanuts" _Gastkommentar von Peter Börner, Präsident des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF)_ ### Bei den [Ergebnissen der colornews.de-Umfrage](http://colornews.de/markt/nachrichten/ergebnisse-online-umfrage-2017-rechnungskuerzung-unfallschaden/) könnte man meinen, die gesamte Branche der unfallreparierenden Betriebe steht unter Generalverdacht des Betruges. In fast allen Werkstätten liegen Rechnungskürzungen vor. Es ist undenkbar, dass 91 Prozent der befragten Werkstätten einen Versicherungsbetrug unternommen haben und dabei „erwischt“ wurden. Die Ergebnisse beweisen die willkürlichen Vorgehensweisen der Versicherer nach abstrusen Regelmethoden. Die Sparwut der Assekuranzen mit ihren beauftragten Rechnungskürzungsdienstleistern gleicht die weltweite Nullzinspolitik und die Preisschlacht der Versicherungsbeiträge gerade im Neukundengeschäft scheinbar auf dem Rücken der Handwerker aus. Die Ursache liegt in den Versprechungen der Prüfdienstleister, die auf ihren Webseiten eine Million Euro Einsparungen für die Versicherungen erwarten lassen. ## **Kein Weiterkommen** Trotz der zahlreichen Gespräche mit den Versicherungen auf fachlicher und rechtlicher Basis, ist in diesem systematischen und ungerechten Vorgehen leider keine Lösung zu finden. Ergebnisse gibt es augenscheinlich nur durch vehementes Wehren, Klagen durch den Rechtsanwalt oder durch die[„Dienstleistung für Betriebe“ DfB](http://colornews.de/markt/nachrichten/werkstattrechnungen-ohne-ungerechtfertigte-kuerzungen/). Der ZKF hat hierfür bereits die Weichen gestellt und handelt für seine Mitglieder, indem gegen jede unberechtigte Kürzung unmittelbar geklagt wird und das sehr erfolgreich.
## **Den Betrügern leider nicht auf der Spur** Versicherungsbetrug gibt es ganz sicher und logischerweise liegen dem ZKF nur unberechtigte Kürzungen vor. Den echten Versicherungsbetrügern kommt man aber mit den vorliegenden Kürzungsmethoden nicht auf die Schliche. Ganz im Gegenteil, man demotiviert die guten Werkstätten durch den Generalverdacht und sorgt für zusätzliche unnötige Aufwände auf beiden Seiten. ## **Fachliche Argumentation führt nicht zum Erfolg** In den zahlreichen Auseinandersetzungen hat der ZKF generell feststellen müssen, dass die fachliche Diskussion ins Leere führt. Am Beispiel der Kleinteilpauschale ist festzustellen, dass die Versicherung dem Irrglauben unterliegt, sie würde die Teile doppelt bezahlen, weil auf der Rechnung zum einen Ersatzteilpositionen mit Kleinbeträgen und zum anderen eine Pauschale für Kleinteile aufgeführt sind. Dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, ist vom ZKF fach- und sachlich unter anderem mit detaillierter Aufzählung der Positionen und Rechnungskopien der C-Teile-Lieferanten nachgewiesen worden. Leider interessiert dies auf der Gegenseite keinen. Zu dieser Argumentation gibt es nur eine verwendbare Antwort: „Wenn die Kleinteile in den Gemeinkosten wären, würden diese nicht auf meiner Rechnung gesondert genannt werden.“ ## **Maßnahmen zur Lösung** Der ZKF fordert die Versicherungen auf, sich gemeinsam mit der Reparaturbranche für wirksame Maßnahmen gegen den Betrug zu engagieren, denn hier wird unnötiges Geld ausgegeben. Dabei muss eine sachliche Akzeptanz der durchgeführten Arbeiten sowie des Materialeinsatzes gewährleistet und im Gegenzug die Reparatur mit den Aufwänden nachvollziehbar sein. Die ehrliche Arbeit darf nicht unter der Willkür leiden.
Gastbeitrag